Hilfe stößt auf Hemmungen

Vorsitzender Norbert Süß (links), Bürgermeister Richard Tischler (Vierter von links) und Kreisvorsitzende Ingrid Hirsch (Sechste von rechts) gratulierten den Mitgliedern zu ihrer Auszeichnung. Einen Blumenstrauß gab es für Martha Schönberger und Brigitte Meja, die der AWO 40 Jahre treu sind. Bild: Völkl

"Leider haben viele Senioren Hemmungen, um Hilfe nachzufragen", brachte AWO-Ortsvorsitzender Norbert Süß das Problem auf den Punkt. Denn das Angebot der Nachbarschaftshilfe steht.

Pfreimd. (cv) Der Ortsverein hat die Trägerschaft für die Pfreimder Nachbarschaftshilfe übernommen. "Ich hoffe, dass diese Einrichtung für die Senioren in unserer Gemeinde ein Erfolg wird. Es bedurfte vieler Sitzungen, um diese Einrichtung zu gründen", erinnerte Norbert Süß in der gut besuchten Jahreshauptversammlung der AWO in den Vereinräumen der Landgraf-Ulrich-Halle an die Entstehungsgeschichte. Federführend waren dabei der frühere Seniorenbeauftragte Peter Woelky, der jetzige Seniorenbeauftragte Helmut Butz und Altbürgermeister Arnold Kimmerl zusammen mit der Lernenden Region. Die freiwilligen Helfer konnten mittlerweile schon öfter aktiv werden: Süß nannte die Zahl von 85 Einsätzen. Das Helfernetz sei da, nun müsse die Hilfe nur noch entsprechend angenommen werden.

Süß blickte in der Jahreshauptversammlung auf zahlreiche Aktivitäten des 117 Mitglieder starken Ortsverbandes zurück. Auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz, erinnerte der Vorsitzende an Einladungen zum Essen. Außerdem wurde im Seniorenheim für die Bewohner ausgebuttert. Süß dankte allen Mitgliedern und Helfern für ihre Mitarbeit, beispielsweise beim Gartenfest im Klostergarten zugunsten der Sozialpädagogischen Tagesstätte der AWO. In Vertretung des verhinderten Geschäftsführers Georg Pfannenstein betonte Süß, dass die Tagesstätte finanziell gut dastehe. Es wurde im letzten Jahr zwei Autos für den Fahrdienst angeschafft, die durch Rücklagen finanziert wurden. Die Tagesstätte ist mit 12 Kindern ausgelastet, es gibt sogar eine Warteliste. Eine Vollzeitbeschäftigte und zehn Teilzeitkräfte sind hier tätig.

Bürgermeister Richard Tischler dankte der AWO, dass "hier so hervorragende Arbeit geleistet wird. Die Kinder sind hier in sehr guten Händen". Die Tagesstätte sei ein Aushängeschild für den Landkreis. Was den Einbau eines Aufzuges für Speisebehälter anbelangt, müssten die Etatberatungen abgewartet werden. Ein nicht einfaches Unterfangen sei die Nachbarschaftshilfe. "Viele scheuen sich, Hilfe zu beanspruchen". Es sei schwierig, den richtigen Spagat zu finden, erinnerte Tischler an die Angebotspalette, die beispielsweise den Winterdienst ausschließt.

Auch in der Betreuung der Asylbewerber ist die AWO aktiv. Derzeit wohnen 35 Personen in Pfreimd. "Es sieht so aus", als ob auch der Umbau eines Bürogebäudes in der Wernberger Straße "kommen würde", berichtete Tischler. Dann wäre rund 100 Menschen Hilfestellung zu leisten. Stadt und Pfarrei alleine könnten das nicht schultern. "Da müssen wir alle zusammen helfen", so der Bürgermeister, der die AWO als einen wichtigen Baustein bezeichnete.

Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl stellte den Pilotcharakter der Pfreimder Nachbarschaftshilfe ebenso heraus wie den Wert der Tagesstätte. Stellvertretende Kreisvorsitzende Ingrid Hirsch unterstrich ebenso sie Bedeutung der Tagesstätte, die sozial benachteiligte Kinder auf dem Weg in ein selbstständiges Leben begleite.
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