Hilfsbereit in der Not

Diese fünf Bürger, darunter der Ortsgeistliche Pater Augustin Hilburger (rechts), ließen beim Angriff ihr Leben. Einige Tage nach dem Einmarsch wurde ein sechstes Todesopfer bekannt: Der deutsche Soldat James Pydde aus Berlin wurde als Spion verdächtigt und erschossen.

Fünf Einwohner tot, die Hälfte aller Häuser des Dorfes durch die Bombardierung am 19. April 1945 zerstört. Sollte es trotz all dieses Schreckens irgendeinen positiven Aspekt gegeben haben, dann diesen: In der schweren Zeit danach waren alle hilfsbereit und fleißig.

Neid habe es nicht gegeben, blickt die damals 33-jährige Anna Kohl (geborene Schwemmer) in der von Altbürgermeister Hans Hübner herausgegebenen Dokumentation zum Kriegsende zurück. Die Verschonten nahmen die Abgebrannten bei sich auf, Verwandte aus der Umgebung sandten Lebensmittel.

Denn Letztere waren streng rationiert und nur gegen Bezugscheine oder "schwarz" im Tausch gegen Nahrung oder Zigaretten erhältlich. Auch das Kloster Speinshart leistete erste Hilfe: Schon am Montag, 23. April, kam eine Lieferung mit Möbeln und Einrichtungsgegenständen.

Als Bürgermeister setzten die amerikanischen Besatzer Michael Schatz ein, dessen Enkel Heinrich heute Gemeinderat ist. Danach begann der Wiederaufbau des Dorfes.

Die Geschädigten erhielten kostenloses Baumaterial aus dem Lager Grafenwöhr. Dies war laut Hübners Aufzeichnungen vor allem dem Verhandlungsgeschick von Gereon Motyka, dem Prior von Kloster Speinshart, zu verdanken.

Finanzielle Unterstützung gab es aus den Kirchenkassen Speinshart, Tremmersdorf, Vorbach und Oberbibrach (14 000 Reichsmark) sowie vom Caritasverband (22 000 Reichsmark).
Weitere Beiträge zu den Themen: Oberbibrach (918)April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.