Hingerichtet von den Nazis

Die Soldatenkameradschaft und der Frauenbund besuchten in Brandenburg die Gedenkstätte des von den Nazis hingerichteten Pfarrers Josef Losch. Er war ein gebürtiger Rottendorfer. Bild: ral

Der Rottendorfer Pfarrer Josef Losch wurde von den Nazis hingerichtet. Die Soldaten- und Kriegerkameradschaft und der Frauenbund Rottendorf besuchten das Grab des Geistlichen in der Gedenkstätte in Brandenburg.

Schmidgaden-Rottendorf. (ral) Der SuKK-Vorsitzende und Zweite Bürgermeister Andreas Altmann schilderte den am 29. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichteten Geistlichen als aufrechten, unbeugsamen und couragierten Menschen, der sich gegen die Gewaltherrschaft des nationalsozialistischen Regimes stellte, "das ab 1933 alles in seine Gewalt bringen wollte. Auch das, was die Pfarrer von der Kanzel zu predigen haben".

Josef Losch wurde am 26. Oktober 1900 in Rottendorf bei Nabburg geboren. Er wurde mit 25 Jahren in Regensburg zum Priester geweiht und wirkte als Seelsorger in Gleißenberg, Kelheim, Dingolfing und Neusorg. Hier musste er erleben, wie die Nazis die Macht in Deutschland übernahmen. Losch erkannte bald das Verbrecherische an diesem Regime und redete freimütig und furchtlos auf der Kanzel und in Sälen dagegen an. Gut gemeinte Mahnungen und Warnungen seiner Pfarrangehörigen an seiner letzten Wirkungsort Miesbrunn "überhörte" Pfarrer Losch.

Am Morgen des 16. Januar 1944 wurde das Pfarrhaus besetzt und nach Dokumenten gesucht, um den Geistlichen zu Fall zu bringen. Schließlich fanden die Nazis eine Mappe mit Briefen an seine Freunde an der Front, wo er sie ermutigte: "Vertrau auf Gott! Der unselige Krieg, ein Werk Hitlers, ist bald zu Ende! Nie wieder soll ein religionsfeindliches System an der Regierung!" Pfarrer Josef Losch wurde abgeführt. An der Kirchentüre blieb er noch einmal stehen, bekreuzigte sich und sagte: "In Gottes Nam". Am 24. November 1944 fällte der Volksgerichtshof in Berlin das Todesurteil wegen "Wehrkraftzersetzung", das am 29. Januar 1945 um 14 Uhr vollstreckt wurde. Im Jahr 2010 wurde Pfarrer Losch die Ehrenbürgerbürde der Stadt Pleystein (Miesbrunn) verliehen.

Woher nahm Pfarrer Josef Losch seine Kraft für seine Furchtlosigkeit? Wohl aus dem christlichen Glauben, "dass man Gott mehr gehorchen muss als den Menschen, dass man Unrecht beim Namen nennen muss und nicht schweigen und wegschauen darf, wenn anderen Böses angetan wird", so Andreas Altmann. "Die Heimatgemeinden Schmidgaden und Rottendorf sind froh, dass dieser mutige und unerschrockene Pfarrer aus ihrer Mitte kam!"
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