Hintergrund

Bauherren, Hauseigentümer sowie Ämter und Behörden, die sich mit Grundstücken und Planungsaufgaben beschäftigen, schätzen den Wert und die Bedeutung eines amtlichen Grundstücks-Lageplanes. Der sogenannte Katasterplan - meist im Maßstab 1 : 1000 - bildet die exakte Basis für die örtliche Lage und Größe eines Grundstücks. Doch den gab es früher nicht.

Die ersten kartografischen Aktivitäten in Bayern setzten um 1560 ein, als der Mathematiker und Astronom Philipp Apian (1531 - 1589) aus Ingolstadt in sieben Sommern Bayern bereiste, um eine monumentale Karte des Herzogtums Bayern zu erstellen. Weitere Versuche erfolgten. Doch mussten noch rund 250 Jahre vergehen, bis es zu einer regulären Landesvermessung kam.

Wichtige Impulse dazu brachte die Napoleonische Zeit, als 1801 das Topographische Bureau in München, noch unter französischer Anleitung entstand. Dort wurde zunächst eine Landkarte für militärische Zwecke hergestellt. Gleichzeitig wurde damit begonnen, die Vermessung ganz Bayerns vorzubereiten. Das Motiv bestand darin, eine gerechtere Grund-Besteuerung zu erreichen.

1807 wurde das Topographische Büro - jetzt unter bayerischer Leitung - neu organisiert und dem allmächtigen Staatsminister Maximilian Joseph von Montgelas unterstellt und 1808 die "Steuer-Kataster-Kommission" gebildet. Unter deren Regie kam es schließlich dazu, dass das Königreich Bayern mit all seinen Landesteilen - auch der Pfalz - zwischen 1808 und 1853 vermessen und kartographisch erfasst wurde.
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