Hintergrund

Die kulturelle und politische Bedeutung beider Abteien illustrierte Pfarrer Hans Josef Bösl an Beispielen. So hätten der Tepler Abt Karl Reitenberger und sein Stiftsarzt Johann Josef Nehr nach 1818 den Kurort Marienbad aufgebaut. Von 1804 bis zur Verstaatlichung 1928 habe das Stift Tepl das deutsche Gymnasium in Pilsen betrieben, das zugleich die wichtigste "Quelle" für Ordensnachwuchs gewesen sei. Ein mit Goethe befreundeter Tepler Chorherr Stanislaus Zamper habe den großen Dichter bewogen, sein Drama "Faust" "christlich enden" zu lassen.

Die Klosterbibliothek, die unter Abt Gilbert Helmer ab 1901 in einen Neubau verlegt worden sei, habe 100 000 Bände und 600 mittelalterliche Handschriften besessen, darunter "das älteste bairische Bußgebet" und ein Exemplar der ältesten gedruckten deutschsprachigen Bibel nach einer "100 Jahre vor Luther" in Tepl angefertigten Übersetzung. Speinshart habe eine politische und kulturelle Blüte insbesondere im 17. und 18. Jahrhundert erlebt: "Seine Musikpflege war ebenso berühmt wie das Niveau seiner Hauslehranstalt. Auch mit den evangelischen Markgrafen in Bayreuth pflegte man gute Beziehungen." (bjp)
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