Hintergrund: Überprüfung von Grabsteinen

Klaus Stolzenberger prüft seit 1999 Grabsteine auf Friedhöfen in ganz Deutschland. Den Städten und Gemeinden schickt er einmal im Jahr - in diesem Rhythmus muss ein Grab überprüft werden - per E-Mail ein Informationsschreiben.

Zirka 3000 Nachrichten gehen raus. "120 bis 150 Angebote fülle ich dann aus", sagt der Würzburger. Ist alles überprüft, schickt er noch vor Ort die gemessenen Daten mit seinem Laptop an die Gemeinde.

Tritt bei einem Grabstein ein Fehler auf, klebt der 53-Jährige einen Warnhinweis auf die Fläche. Die Gemeinde muss dann den Eigentümer des Grabes informieren und ein Steinmetz den Schaden beheben. Bei älteren Gräbern könne es vorkommen, dass der Eigentümer nicht mehr ermittelt werden kann. Sei das der Fall, müsse das Grab abgebaut werden. "Dadurch bringt man den Friedhof auf den neuesten Stand", weist Stolzenberger auf einen positiven Nebeneffekt hin. Bei Holzkreuzen liege es im Ermessen des Prüfers, ob er das Grab überprüft oder nicht. "Wenn es ein riesiges Kreuz ist, dann schon, bei kleinen braucht es keinen Check." Erschlagen würden die beim Umkippen laut dem 53-Jährigen niemanden.

"Ich unterschreibe dafür, dass zu dem Zeitpunkt, wenn ich den Friedhof verlasse, alles in Ordnung ist." So sichere er sich ab, denn damit könne er nachweisen, dass er einen Schaden, der im Nachhinein durch beispielsweise Randalierer entstanden sei, nicht übersehen habe.
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