Hitze fordert Organisationstalent

Wegen der derzeit herrschenden Temperaturen spielt sich das Ferienprogramm des Vereins Learning Campus überwiegend auf und am Eschenbacher Rußweiher ab. Archivbild: rn

Die Hitze - sie bringt auch Stephan Müller ganz schön ins Schwitzen. Allerdings weniger wegen der Temperaturen, sondern wegen der Mehrarbeit, die sie ihm bereitet.

Kemnath/Eschenbach. (luk) Der Geschäftsführer des Zessauer Vereins Learning-Campus muss derzeit das Ferienprogramm für rund 200 Kinder umkrempeln. So viele hatten sich für die Aktionen, die er mit den Städten Kemnath und Eschenbach, der Gemeinde Parkstein und der Firma Siemens in Kemnath anbietet, angemeldet.

"Wir haben viel umgestellt", um keinen "Programmpunkt wegsparen zu müssen", erklärt Stephan Müller. Um alles abzusprechen, gebe es jeden Tag Telefonkonferenzen. Aktivitäten mit Bewegung fänden am Vormittag statt. Vieles sei an den Rußweiher verlegt worden, den die Stadt dem Verein kostenlos zur Verfügung stelle. Dort könnten sich die jungen Teilnehmer nach oder während der Aktivitäten immer wieder abkühlen. Auch biete das dafür bereitgestellte Areal genügend Schatten.

Auf die örtlichen Gegebenheiten haben der Sozialpädagoge und seine Mitarbeiter die Programme abgestimmt. Denn: "Schon allein wegen der Ozonbelastung kann man Kinder nicht zehn Kilometer radeln lassen." Auch Aktionen im Wald kämen nicht in Frage. Dieser sei mittlerweile "ein Wärmespeicher", dort gehe kein Wind. Zudem wartet Müller täglich auf ein Betretungsverbot. Im Wald sei derzeit alles so trocken, dort brauche nur jemand eine Flasche liegenzulassen, und schon brenne alles.

Nun kämen eben am Rußweiher mehr Kanus zum Einsatz. Und statt sechs würden zehn Floße gebaut. Doch hinter dem, was sich relativ einfach anhört, steckten umfangreiche logistische Herausforderungen. So benötige er zusätzliche Rettungsschwimmer, die am Gewässer mit auf die Mädchen und Buben aufpassen. Zudem seien täglich zusätzlich drei Mann damit beschäftigt, die Kinder aus anderen Programmen mit den sieben VW Bussen nach Eschenbach zu fahren.

Die Fahrzeuge nutzt der Verein auch, um Wasser und Getränke zu transportieren. "Der Verbrauch ist um ein X-faches gestiegen". Die 15 20-Liter-Behälter "sind ständig in Bewegung", damit die Mädchen und Jungs immer genug zu trinken haben. Ebenso sei die Verpflegung auf mehr Obst wie Wassermelonen und gekühlte Sachen umgestellt worden. Probleme bereitet aber auch die Wespenplage. Es seien bereits so viele wie nie zuvor gestochen worden. Für diese Fälle hält der Verein 50 Kühlpads vor. Seine Mitarbeiter könnten aber auch bei Allergikern entsprechend reagieren.

Trotz allem ist Müller "froh über den schönen Sommer". Ihm ist jedoch klar, dass die Hitze anderen Vereinen, die in einem kommunalen Ferienprogramm Aktionen anbieten, Probleme bereiten kann. Diese könnten nicht eben mal auf die Schnelle zusätzliches Personal organisieren.
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