Hören, sehen, reagieren

Mit dem Thema "Senioren im Straßenverkehr" befasste sich der Evangelische Seniorenkreis Eschenbach/Kirchenthumbach. Polizeihauptmeister Christian Baumgärtel (links) von der Polizeiinspektion Eschenbach war für Seniorenkreis-Leiterin Maria Cronenberg (rechts) und alle Besucher ein kompetenter Ansprechpartner. Bild: do

Sind Senioren im Straßenverkehr ein Risiko für sich und andere? Dieser provokanten Frage ging Christian Baumgärtel von der Polizeiinspektion Eschenbach in seinem Vortrag beim Evangelischen Seniorenkreis Eschenbach/Kirchenthumbach aus Sicht der Polizei nach.

Welche Gefahren bestehen, wenn Senioren als Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer unterwegs sind? Christian Baumgärtel brachte beim Seniorennachmittag viel Wissen aus langjähriger Berufserfahrung in die Runde der "Ü 65"-Zuhörer. Der Referent zitierte aus dem Sicherheitsbericht des Polizeipräsidiums Oberpfalz und stellte fest: "Immer mehr ältere Menschen verunglücken im Straßenverkehr". Die höchste Unfallgefahr bestehe bei Dunkelheit beim Überqueren der Fahrbahn. Helle Kleidung zu tragen, sei deshalb manchmal eine Lebensversicherung.

Sein Ratschlag: "Nicht hetzen lassen, Blickkontakt mit dem Kraftfahrer herstellen, Ampeln und Zebrastreifen nutzen und unter Umständen einen kleinen Umweg in Kauf nehmen." Mit den Stichwörtern "hören, sehen und reagieren" verwies der Referent auf die Gefahren von Senioren im Straßenverkehr: Im Alter werde das Blickfeld eingeengt und die Blendempfindlichkeit nehme zu, der Gehörsinn werde eingeschränkt und Versteifungen im Hals-, Nacken- und Schulterbereich führten altersbedingt zu Behinderungen.

Daraus folgernd ermunterte der Polizeihauptmeister die Zuhörer zu mehr Ehrlichkeit zu sich selbst. "Hören Sie auf ihr Umfeld, die Familie und den Arzt", empfahl er den älteren Autofahrern. Gleichzeitig warnte er vor der Einschränkung der Verkehrstüchtigkeit durch Medikamente. "Sollten diese unfallursächlich sein, drohen strafrechtliche Konsequenzen." Sein Tipp für die Autofahrer: "Sich über die Medikamente-Verträglichkeit vom Arzt oder Apotheker informieren lassen, als Autofahrer unbekannte Strecken meiden, insbesondere bei viel Verkehr, passive Fahrweise bevorzugen, die langjährige Fahr-Erfahrung nicht überschätzen und Tagfahrlicht einschalten."

Bei einem vorzugsweisen Umstieg auf das Rad empfahl der Redner eine gute Qualität des Drahtesels idealerweise mit einer Rücktrittsbremse. Für selbstverständlich hielt Baumgärtel das Tragen eines Fahrrad-Helmes:"Der kann Leben retten". Persönliche Überschätzungen des Reaktionsvermögens seien manchem Fußgänger zum Verhängnis geworden. Baumgärtel empfahl den Senioren auch, auf die Gelände-, Straßen- und Gehweg-Beschaffenheit zu achten.
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