Holunderkönigin lehnt ab

"Wenn im Garten die Seele baumeln kann, ist das Paradies sehr nahe." Poetisch beschrieb der Vorsitzende des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege, Albert Nickl, die liebevolle Gestaltung der Gärten durch seine Mitglieder. 2015 braucht der Verband eine neue Holunderkönigin.

Windischeschenbach. (bey) Harmonisch verlief die Herbstversammlung im Gasthaus "Zum Hirschen" in Bernstein. Die Jubiläumsfeiern verschiedener Obst- und Gartenbauvereine seien ein Zeichen, dass auch der Kreisverband "in die Jahre" komme, meinte Nickl in seinem Bericht. Dennoch sei der Kreisverband jung geblieben, weil die rund 2000 Mitglieder in den 18 Ortsverbänden zunehmend wieder mehr die Heimat mit ihren Schönheiten schätzten und vor allem die Regionalität in der Ernährung bevorzugten.

Hoheit gibt einen Korb

Die Lebensqualität im Landkreis erfahre durch die Obst- und Gartenbauvereine eine Steigerung, hob der Kreisvorsitzende weiter hervor. Den Hobbygärtnern selbst sei die Ausgeglichenheit anzumerken. Der Kreislehrgarten in Floß präsentiere sich den Besuchern als "besondere Oase in der Natur" und sei wichtiger Teil einer Wissensvermittlung.

Die Fröhlichkeit der Hobbygärtner habe sich in den vergangenen beiden Jahren auch auf Holunderkönigin Claudia I. übertragen, anerkannte der Kreisvorsitzende. Mit Blick auf die zu Ende gehende Regentschaft nannte der Kreisvorsitzende Claudia I. eine charmante und sehr würdige, intelligente und gute Vertreterin des Kreisverbandes. Deshalb stehe ihr die Türe für eine Verlängerung der Amtszeit jederzeit offen.

Die Bezirksversammlung des Verbandes für Gartenbau und Landespflege findet am 15. November um 14 Uhr im Kloster Speinshart statt. Einstimmig billigten die Mitglieder eine Satzungsänderung, die dem Kreisverband ermöglicht, die gesetzlichen Vorgaben für die Gewährung einer Ehrenamtspauschale zu nutzen. Damit kann für die Unterhaltsarbeiten im Kreislehrgarten einem Gartenwart eine Entschädigung bezahlt werden.

Holunderkönigin Claudia Lehner hat sich nach ihren Worten nicht auf eine Verlängerung der Regentschaft eingestellt. Sie habe das Amt intensiv ausgefüllt, und das sei der Grund, eine weitere Amtszeit nicht mehr anzuhängen. Ihrer Nachfolgerin gab sie mit auf den Weg, die Termine selbst festzulegen und sich auch mal eine Absage bei einem Verein zuzutrauen. Wichtig seien aber ein gutes Verhältnis zur Natur, Interesse am Holunder und die Bereitschaft, offen auf Menschen zuzugehen.

Kreisfachberaterin Claudia Saller referierte zum Thema "Ein Hausbaum für jeden Garten". Sie zeigte auf, wie aus dem Haus mit seinem Garten und einem Baum am besten eine sinnvolle und optisch harmonische Einheit werden kann. Im März 2015 organisiert der Kreisverband in Zusammenarbeit mit Tirschenreuth einen Gartenpflegegrundkurs. Die Teilnehmergebühr beträgt 40 Euro. Anmeldungen nimmt Kreisfachberaterin Saller entgegen.

Lob für Gastgeber

Landrat Andreas Meier hob die hohe Lebensqualität auf dem Land hervor. Die Menschen mit dem "grünen Daumen" seien wichtig, um das Image der Regionalität nach außen zu tragen. "Bleiben Sie mit Freude und Enthusiasmus dabei", bat der Landrat die Hobbygärtner.

Bürgermeister Karlheinz Budnik nannte den Verschönerungsverein Bernstein einen Gewinn für die Stadt Windischeschenbach. Dies zeige sich an der Mitwirkung im Kinderferienprogramm und am Blumenschmuckwettbewerb in Bernstein. Der Verein sei Impulsgeber für die Einwohner, ihre Gärten herzurichten, sagte das Stadtoberhaupt. Vorsitzende Anita Greger stellte den Verein mit seinen 62 Mitgliedern vor, der es sich zur Aufgabe gemacht habe, die Umgebung des neuen Feuerwehrhauses herzurichten.

Stellvertretende Bezirksvorsitzende Rosa Prell hoffte, dass der neue Präsident des Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege, Wolfram Vaitl, seine Ankündigung wahrmacht, wieder vermehrt auf die Vereine zuzugehen. Zum Ausklang erinnerte Josef Höllerl mit einer Vielzahl von Bildern an den "Tag der offenen Gartentür" in Kirchendemenreuth.
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