Honig nicht billig verschleudern

Hans Strehl führte den Teilnehmern eines Lehrgangs die Zucht-Schwarmbildung vor und gab einige Tipps. Bild: fvo

Viele Tipps hatte Imker Hans Strehl bei seinem Vortrag im Spielberger Wald parat. Dabei beschäftigte er sich auch mit der Preispolitik, Bienen-Sauna und der Schwarmbildung.

"Ich bin ein Praktiker und setze meine eigenen langjährigen Erfahrungen als Imker täglich erfolgreich um", sagte der Edelsfelder selbstbewusst. Der Vorsitzende des Imkervereins Waldthurn, Karl Weiß, hatte den 79-Jährigen zum Lehrgang "Kunstschwarmbildung und Varroabehandlung" zum Bienenhaus eingeladen.

Austausch wichtig

Als der Experte über sein Hobby plauderte, war es mucksmäuschenstill. Nur das Summen und Brummen der Bienen war zu hören. 30 Interessierte hatten sich an die idyllische Bienen-Villa mitten im Wald begeben. Strehl selbst betreut in seinen Heimatbienenstöcken 40 Völker, tagtäglich klingelt dabei das Telefon und der Spezialist steht Rede und Antwort.

"Entscheidend ist, dass die Bienen vom Imker richtig geführt werden." Dazu müsse man sich fachkundig austauschen. Er riet: "Der dunkle Honig kann locker sechs bis sieben Jahre im Keller gelagert werden, der helle sollte nach zwei Jahren verzehrt sein." Zudem mahnt der Experte an, den hochwertigen Honig auf keinen Fall unter vier Euro zu verschleudern.

Hinsichtlich der Zuchtschwarmbildung meinte der frühere Schwimmmeister, dass es ausgeglichene Völker brauche. Oft würde auch in Fachzeitung "Schmarrn" geschrieben. Strehl behandle Bienen lediglich mit Ameisensäure nach dem Abräumen des Honigs. Das Verwenden einer Bienen-Sauna bezeichnete er als Lotteriespiel. "Davon halte ich nichts."

Aneinander gewöhnen

Die Teilnehmer beobachteten zudem das Zustandekommen des Kunstschwarms. Strehl führte Bienen aus verschiedenen Stöcken zusammen. "Nach etwa zwei Stunden hängt man eine Königin in einem abgeschotteten Körbchen mit in den neuen zusammengewürfelten Stock." Die Insekten können sich dadurch aneinander gewöhnen. Erst nachdem "sie sich mögen und riechen können", erhalte die Königin direkten Kontakt mit den zusammengewürfelten Volk.

Durch diesen Vorgang werde das natürliche Schwärmen simuliert. Durch Zugabe von Milchsäure werde die Putztätigkeit der Bienen gefördert und so eventuell vorhandene Varroamilben dabei abgestreift. Zum Schluss mahnte Strehl an, dass Landwirte und Imker mehr miteinander sprechen sollten.
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