HPZ Irchenrieth mit neuem Energiekonzept - Strompreiserhöhung Vergangenheit
Die Erwartungen übertroffen

Der argwöhnische Blick von Helmut Dörfler (links) im neuen Heizzentrum trügt. Der HPZ-Geschäftsführer ist total begeistert, von dem was Prof. Dr. Ingenieur Markus Brautsch (rechts) von der OTH Weiden-Amberg hier verwirklicht hat. Bild: fz
Irchenrieth. (fz) Das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) heizt nur noch in Spitzenzeiten mit Erdgas, und Öl gibt's überhaupt nicht mehr. Die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden (OTH) entwickelte in vier Jahren ein vom Wirtschaftsministerium gefördertes Energiekonzept für die Behinderteneinrichtung.

Hocheffizient

"Hocheffizienter Energieverbund zur Kosteneinsparung und CO2-Reduktion", nennt sich das Demonstrationsprojekt, das Professor Markus Brautsch mit der HPZ-Geschäftsführung vorgestellt hat. Ziel war es, ein innovatives und hocheffizientes Blockheizkraftwerk-Modul mit Kondensationseinheit zur Brennwertnutzung in einen zentral geregelten Wärmeverbund zu integrieren, in Kombination mit einem Biomassekessel. So wurde das Blockheizkraftwerk (BHKW) nach zehn Jahren Betriebszeit durch eine zweite hocheffiziente Neuanlage ersetzt. Die modular aufgebaute Grundlastversorgung in Kraft-Wärme-Koppelung mit nahezu vollständiger Stromeigennutzung aus beiden BHKWs mit jeweils 48 kW elektrischer Leistung erreicht die beste Wirtschaftlichkeit bei der Wärmeversorgung des HPZ.

Mit der Umsetzung der geplanten Erweiterungsbauten und dem damit steigenden Wärmebedarf wird aktuell die Anbindung an ein neues Biomasseheizwerk mit Hackgutkessel realisiert.

Betreiber ist der Irchenriether Landwirt Willi Schwab. Der Einsatz regionaler Biomasse zur Wärmeversorgung war ein weiterer Bestandteil des Demonstrationsvorhabens, das zeigen soll, wie Energiekostensenkung und Klimaschutz miteinander vereinbar sind.

"Für uns als Hochschule war das Projekt besonders wichtig", erklärt Brautsch. Die OTH entwickle zwar Blockheizkraftwerke am Prüfstand, aber hier habe man in den drei Jahren im Dauerbetrieb in der Praxis wichtige Erfahrungen sammeln können.

Es sei gut zu sehen, dass alles so funktioniere, wie wir uns das vorgestellt haben, freute sich der Ingenieur. Es sei für beide Seiten ein erfolgreiches Projekt. Allein hätte das HPZ die Maßnahme nicht schultern können, unterstreicht Geschäftsführer Helmut Dörfler.

OTH weiter im Boot

Die Aussage Brautschs, dass sich das HPZ gegen Strompreiserhöhungen durch die Eigenstromproduktion für den gesamten Bereich absichere - zudem fällt keine Eigenstromabgabe an - war für Dörfler Balsam. Seine Erwartungen wurden übertroffen. Intern habe man aber auch seine Hausaufgaben gemacht und die gesamte Energiemenge, die man benötige, durch energetische Maßnahmen heruntergefahren. Professor Brautsch versichert, dass sein Institut das Projekt auch mit technischen Neuerungen begleiten werde. Man sei hier weiter konzeptionell tätig.
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