"Ich kann mich nicht beklagen"

Ein erfüllter Tagesablauf hält Pater Friedhelm Czinczoll auf Trab. Dass er heute seinen 75. Geburtstag feiert, sieht man dem Kapplpfarrer nicht an.

Bei unserem Besuch ist Pater Friedhelm Czinczoll gut aufgelegt. Der Geistliche steht mitten im Leben, kommt vom Unterricht an der Spätberufenenschule. Neben seiner Schultätigkeit ist er noch zuständig für die Gläubigen der Pfarrei St. Emmeram in Münchenreuth.

Heute steht weniger die Arbeit im Mittelpunkt, denn das Feiern. Um 15 Uhr gibt es in Fockenfeld Kaffee und Kuchen, um 17 Uhr einen Fest- und Dankgottesdienst mit dem Münchenreuther Kirchenchor, wozu auch die Gläubigen eingeladen sind und im Anschluss die offizielle Feier mit Gästen. Auch Teile seiner Verwandtschaft haben sich angekündigt. "Gott hält seine schützende Hand über uns", sagten vor fünf Jahren die Zwillinge, die Patres Friedhelm und Hubert Czinczoll, als sie ihren 70. Geburtstag feierten. im August 2011 folgt ein schwerer Schicksalsschlag, als Pater Hubert an den Folgen eines Herzinfarkts starb. Seitdem lebt Pater Friedhelm alleine in Fockenfeld, mit all seinen vielen Aufgaben.

In Dortmund geboren

Geboren wurde Pater Friedhelm im westfälischen Dortmund, rund fünf Stunden nach seinem Bruder Hubert. Beide hatten noch sechs Geschwister. Im Alter von drei Jahren verließen die Zwillinge mit ihrer Familie die Ruhrmetropole, zogen ins Elsass und ein Jahr später ins oberpfälzische Pielenhofen bei Regensburg. Von 1946 bis 1950 besuchten sie dort die Grundschule, ehe sie anschließend bis 1959 das Internat in Haßfurt besuchten und dieses erfolgreich mit dem Abitur abschlossen. Einer ihrer Mitschüler war damals auch der heutige Konnersreuther Altbürgermeister Michael Hamann. Am 20. November 1965 folgte dann die Priesterweihe. Von da an trennten sich für einige Jahre die Wege der Zwillinge. Pater Hubert ging als Präfekt ans Schülerheim nach Haßfurt, während Bruder Friedhelm von 1966 bis 1971 in München Latein und Geschichte studierte. Anschließend verbrachte Pater Friedhelm seine Referendarzeit in Nürnberg und Neustadt/Saale. Seit 1973 wirkt Pater Friedhelm in Fockenfeld, zunächst als Lehrer, Präfekt, Seminarleiter und seit 2002 als Direktor und Schulleiter. Seit August 2013 ist er "nur noch Pater und Lehrer", wie er im Gespräch schildert. Pater Friedhelm fühlt sich weiter fit für die kommenden Aufgaben. "Bei uns im Orden gibt es keine Altersgrenze, ich arbeite solange als Lehrer und Pfarrer von Münchenreuth, wie es gesundheitlich und auch geistig geht", sagte er. Diese Aufgabe, Pfarrer von Münchenreuth und zuständig für die Kappl, nimmt er seit Mai 2007 wahr. "Und diese Aufgabe macht mir große Freude", versichert Czinczoll.

50 Jahre Priester

Dabei sind ihm die "Münchenreuther Schäfchen" ans Herz gewachsen, ja fast wie eine Familie für ihn geworden. Für die Zukunft wünscht er sich weiter Gesundheit und Gottes Segen, damit er seine Arbeit noch lange ausfüllen kann. Dabei kann der Geistliche heuer im November noch ein weiteres Jubiläum feiern, sein 50-jähriges Priesterjubiläum.
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