"Ich mag Liebesbriefe"

Während des Praktikums in der Lokalredaktion lernte die Waldauerin Bianca Fritsch auch die Aufgabe als Glücksfee für die Verlosung der Aktion "Liebesbrief". Bild: Götz

"Sei still mein Schatz - und gib' gut Acht. Lass dich berühren, lass dich entführen in meine Welt." Diese Zeilen schrieb eine Weidenerin an ihre zu der Zeit sehr kranke Schwester. Jetzt war ihr für diesen lieben Brief das Glück hold.

Neustadt/WN. (ui) Steffi Schieder gewinnt bei der gemeinsamen Liebesbrief-Verlosung des Medienhauses "Der neue Tag" und Deutscher Post eines von drei Essen bei Kerzenschein. Bianca Fritsch zog aus den zum Teil mit Herzen und Bildern geschmückten Einsendungen die zehn Gewinner. Dabei war es egal, ob sich diese mit einem Gedicht, mit Gedanken zum Valentinstag oder einem Liebesbrief beteiligt hatten.

Voller Sehnsucht

Der beste Beweis, welche Zeiten und Entfernungen auf Papier geschriebene Zeilen an einen lieben Menschen überdauern können, lieferte die Weidenerin Irmgard Karl mit der Kopie eines sehnsuchtsvollen Briefes, der am 1. Oktober 1880 in New Orleans verfasst wurde. Ernestine Winter, über die Karl bis auf die wenigen Zeilen keine Informationen hat, hatte ihn an Karls Urgroßvater Joseph geschrieben.

"Wirst du dich noch erinnern, als ich sagte: Du musstest einmal von einem meiner Kinder zu Gevatter stehen. Ich habe nämlich meinen Willi auf dich taufen lassen Joseph Wilhelm." Offenbar stammte Winter aus dem gleichen Ort wie Joseph. "Ich kann Deutschland nie vergessen, die Stunden, wo wir beisammen gesessen auf Eis und Schnee, die ganze Welt um uns vergessend schweben mir oft noch im Geiste vor. Oft noch weilen meine Gedanken bei diesem Bilde."

Von Mama aufgeschnappt

Gott sei Dank sei er in einer Zeit aufgewachsen, in der das Handgeschriebene noch zählte, bekennt Richard Regler. "Ich mag Liebesbriefe." Die Ehefrau des Vohenstraußers hat heute noch einen ganzen Schuhkarton voller Briefe von ihm. "Einmal habe ich sie mit einem Gedicht über die Liebe überrascht, das ich als Kind von meiner Mama aufgeschnappt habe."

Dass Mails, WhatsApp, Facebook und Co. den klassischen Liebesbrief schon fast verdrängt haben, schreibt Regina Thurn aus Vorbach. "Den kenne ich nur aus Spielfilmen."

Über einen Heiratsantrag staunte Christiane Thurn aus Oberbibrach am Heiligen Abend. An den genauen Antrag kann sich weder die Oberbibracherin noch ihr Freund erinnern, weil er sie total überrascht habe. "Hätte er mal besser noch einen Liebesbrief dazugelegt", schreibt sie mit einem schmunzelnden Smiley.
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