"Ich will Jesus ganz gehören"

Sonniges Sommerwetter, strahlende Gesichter und eine feierliche Stimmung prägten die Profess am Samstag. Dabei weihte sich Schwester Maria Faustina Gott im Mutterhaus durch die Ablegung der Ordensgelübde auf drei Jahre. Außerdem ging es um Gnade und ein ganz besonderes Geschenk.

Provinzoberin Schwester Maria Lucilla Hauser hieß die Gläubigen willkommen, allen voran den Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg, die Generaloberin Schwester Maria Anezka Bednarová aus dem tschechischen Königgrätz mit ihrer Generalvikarin Schwester Maximiliana sowie acht Priester, die mit dem Bischof am Altar standen.

Die 27-jährige Schwester Faustina erfüllte sich mit diesem bedeutsamen Schritt einen Herzenswunsch "Ich will Jesus ganz gehören", und brachte damit auch ihre Überzeugung zum Ausdruck: "Niemand schenkt uns eine größere Liebe". Nach dem Einzug zu Trompeten- und Orgelklang begrüßte der Hausgeistliche Pfarrer Albert Werner den Erzbischof. In seiner Festpredigt bezeichnete er das Ordensleben als Gnade und Geschenk, um das wir beten müssen und ohne das die Kirche um Vieles ärmer wäre. "Berufungen gibt es. Aber unsere heutige Welt ist so auf das Weltliche konzentriert, dass viele den Ruf nicht hören", bedauerte der Oberhirte. Deshalb sollten junge Menschen zur Stille und zum Hören eingeladen werden. Gott sei Dank gebe es viele neue Formen der eucharistischen Anbetung, Nightfever, Wallfahrten und Prozessionen, die auch junge Menschen ansprechen.

"Es sind Gelegenheiten, bei denen man sich von Computer, Smartphone, Fernsehen und Video befreit, um auf Gott hören zu können." Das Ordensleben sei für die ganze Kirche und die gesamte Menschheit Anregung und Aufforderung, die Liebe Gottes zu begreifen.

Schwarzer Schleier

Im Akt der Profess erklärte Schwester Maria Faustina ihre Bereitschaft zur Nachfolge Christi im Ordensleben und gelobte Keuschheit, Armut und Gehorsam. Zum Zeichen der Bindung an die Ordensgemeinschaft der Schulschwestern legte sie ihre gefalteten Hände in die der Generaloberin. Die eigenhändig geschriebene Professurkunde wurde auf den Altar gelegt. Anschließend überreichte der Erzbischof der Neuprofessin den schwarzen Schleier, den er vorher gesegnet hatte, und die Ordensregel.

Chor der Schwestern

Der Schwesternchor unter der Leitung von S. M. Theresia Hauthaler umrahmte die festliche Feier. Das Orgelspiel übernahm Ottmar Schmitt, die Trompete blies Lukas Brendel und S.M. Theresia trug auf der Querflöte zwei Soli vor.

Monsignore Karl Ellmann, ebenfalls Hausgeistlicher im Auerbacher Kloster, dankte dem Erzbischof für die Leitung der Zeremonie. Der feierliche Auszug führte die Neuprofessin und die Festgemeinschaft in den Kapitelsaal, wo die Schwestern sie willkommen hießen. Im frohen Beisammensein setzte sich der Festtag fort, wobei viele Gratulanten S. M. Faustina ihre Glückwünsche aussprachen.
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