Idealist, Original und "Eitreiber"

Ein jahrzehntelang rastlos für seinen Heimatort arbeitender Motor ist tot. Karl Dobmann aus Dorfgmünd ist am Sonntag verstorben. Im März wäre er 82 Jahre alt geworden.

Grafenwöhr. (az) Obwohl seit einiger Zeit zusehends seine Kräfte schwanden, war für die Gmünder Bevölkerung der Tod des "Brock" ein Schock. Vielleicht rührt der Spitzname ja daher, dass Dobmann oft ein "harter Brocken" war. Hartnäckig, wenn es um Ziele und Projekte für sein Gmünd ging. In der Tat hat er eine lange Liste an Erfolgen aufzuweisen, für die er viel Anerkennung erfuhr. Diese gipfelte im September 2004 in der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Band der Bundesrepublik Deutschland durch Staatssekretär Hans Spitzner. In einer Feierstunde würdigten die Laudatoren damals Dobmanns 50-jähriges Wirken.

Dem gerne als "heimlichen Bürgermeister von Gmünd" bezeichneten Dobmann hatten neben Spitzner auch der damalige Landrat Simon Wittmann, Domkapitular Monsignore Reinhard Pappenberger, die drei Bürgermeister, Fraktionssprecher, Vertretungen von Parteien und Vereinen sowie die Familie die Ehre gegeben. 24 Jahre saß Dobmann für die SPD im Stadtrat.

Persönliche Worte hatte Spitzner dem offiziellen Wortlaut der Verleihung vorangesetzt und dabei das hohe Lied auf das Ehrenamt angestimmt, in einer Zeit kritischen Hinterfragens und schneller Kritik bei der Frage um die Aktualität staatlicher Auszeichnung. Ohne Wenn und Aber habe sich Dobmann für das Gemeinwesen, insbesondere für seine unmittelbare Heimat, zur Verfügung gestellt. Seine Bereitschaft sei mitunter bis an die Schmerzgrenze gegangen, wusste der Staatssekretär.

Projekte "in besten Händen"

Als "Urgestein aus Gmünd" hatte der damalige Bürgermeister Helmuth Wächter ihn in besagter Feierstunde bezeichnet, die aus einem "Akt durch den Staat" schon fast die Dimension eines "Staatsaktes" erreichte. Was der "Kare" habe durchsetzen wollen, sei ihm auch gelungen. Augenzwinkernd sprach er ihm die bemerkenswerten Eigenschaften wie "Motor", "Aaschaffer" und "Eitreiber" zu. Jedenfalls wären bei Dobmann Projekte und Probleme "stets in besten Händen" gewesen. Im Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte um das "Haus der Vereine" erwähnte Wächter auch das treue Rentnerteam, durch das Dobmann viel Unterstützung erfahren habe.

Im Wortlaut der Staatsverleihung war sein Einsatz um die Generalsanierung der Gmünder Marienkirche 1995 etwas zu kurz gekommen. So war er Ansprechpartner bei den Außen- und Innenarbeiten. Das katholische Pfarramt hatte bei ihm nie zweimal anklopfen müssen. Dank seines Einsatzes sparte er der Pfarrei viel Geld. Seine beruflichen Beziehungen zur US-Armee als Chef der Bauüberwachung am Übungsplatz erwies sich als hilfreich.

Eine Herzensangelegenheit war Karl Dobmann das Wohl der Ortsfeuerwehr, der er über 60 Jahre nicht nur als Mitglied sondern auch in herausgehobenen Funktionen - unter anderem neun Jahre als Kommandant und 31 Jahre als Vorsitzender - angehörte. Die Wehr krönte seinen Einsatz 2003 mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden. Der Verstorbene zählte 1950 zu den Gründungsmitgliedern der Stadtkapelle Grafenwöhr. 1971 hob er den TSV Gmünd mit aus der Taufe. Gut 30 Jahre unterstützte er den Heimatverein, auch der Soldaten- und Reservistenkameradschaft hielt er jahrelang die Treue.

Karl Dobmann war ein Original - im besten Sinne des Wortes. Was er von Jugend an für sein Gmünd geleistet hat, kann sich sehen lassen. Er hat die Stunden nie gezählt. Mit welchem Elan, welcher Unermüdlichkeit, Hartnäckigkeit, mitunter Schlitzohrigkeit das Organisationstalent Projekte anschob, ließ ihn, den Mann mit Ecken und Kanten, in der Öffentlichkeit zum Original werden.

Stolz auf den Neffen

Stolz war Karl Dobmann, dass es Neffe Reinhard Pappenberger bis zum Weihbischof gebracht hat. Im Dezember 2013 überreichte der Onkel dem Neffen mehrere Bildnisse: im Gedenken an die Großonkel, den Franziskanerpater Friedmann-Franz und dessen Priesterbruder Paul Dobmann. Dabei überraschte er Pappenberger mit dessen Konterfei in Bischofs-Soutane. Damit sei für ein alter Wunsch in Erfüllung gegangen, wie er bescheiden formulierte.

Der Trauergottesdienst beginnt heute, Donnerstag, um 15 Uhr in der Friedenskirche, danach Beerdigung.
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7957)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.