Ideen über Ideen für Kulmregion

Wird Eschenbach Standort eines Technologie-Transfer-Zentrums? Die ersten Schritte sind getan. Ein Bebauungsplan für die benötigte Fläche ist seit 3. Februar 1999 rechtskräftig. Nun stimmte der Stadtrat dem "Integrierten räumlichen Entwicklungskonzept der Arbeitsgemeinschaft Kulmregion" zu.

Dieses dient als Grundlage für die Realisierung des Vorhabens. Fördermittel erhofft sich die Region aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Das 135-seitige Werk von Geo-Plan Bayreuth hatte den Stadträten vorab zum eingehenden Studium vorgelegen. Bürgermeister Peter Lehr zeigte in der Sitzung die Hintergründe auf.

Nachhaltige Entwicklung

Demnach bewerben sich 13 Kommunen der Kulmregion für das EFRE-Auswahlverfahren Bayern 2014 bis 2020: die Städte Eschenbach, Grafenwöhr, Kemnath, Neustadt am Kulm und Pressath, die Marktgemeinde Kirchenthumbach sowie die Gemeinden Kastl, Schlammersdorf, Schwarzenbach, Speichersdorf, Speinshart, Trabitz und Vorbach. Für die Bewerbung wurde die Erarbeitung integrierter räumlicher Entwicklungsmaßnahmen (IRE) in Auftrag gegeben. Diese sollen der Sicherung und Verbesserung der Lebensgrundlagen in der Region dienen. Ziele dabei sind Investitionen in Wachstum und Beschäftigung sowie nachhaltige Entwicklung.

In seiner Status-Quo-Analyse geht Geo-Plan davon aus, dass mit der schrumpfenden Einwohnerzahl eine zunehmende Alterung der Bevölkerung einhergeht. Demnach stieg von 2004 bis 2013 der Anteil der über 50-Jährigen in der Region von rund 34 auf knapp 41 Prozent, während der Anteil der Unter-40-Jährigen von rund 50 auf gut 43 Prozent sank.

Dieser Trend wird sich künftig verstärken - mit weitreichenden Auswirkungen auf Einrichtungen der kommunalen Infrastruktur. Als Beispiel führt das Konzept die sinkende Auslastung von Kinderbetreuungsangeboten und Schulen sowie steigenden Bedarf an Seniorenbetreuungs- und -mobilitätsangeboten an. Deshalb werden drei Handlungsfelder aufgeführt - und darin jeweils zahlreiche Projekte: Natur- und Kulturerbe/touristische Anziehungspunkte; Integration von Forschung/Förderung der Energieeffizienz; Aktivierung von Innenentwicklungspotenzialen.

Betriebe unterstützen

Das von der Stadt Eschenbach in das Entwicklungskonzept eingebrachte Projekt gehört zu Punkt zwei und ist ein Technologie-Transfer-Zentrum in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Deggendorf. Im vergangenen Jahr hat der Stadtrat ein vergleichbares Projekt in Teisnach besichtigt und dabei Einblicke in Struktur sowie finanziellen Aufwand einer solchen Forschungseinrichtung erhalten. Mit ihrem Aufbau sollen im Landkreis angesiedelte Betriebe, deren Produkte auf modernen Werkstoffen basieren, nachhaltig unterstützt und die Ansiedlung weiterer Unternehmen, die hochqualifizierte Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, gefördert werden.

Die Regierung der Oberpfalz möchte, dass alle an der Arbeitsgemeinschaft Kulmregion beteiligten Kommunen das Integrierte Räumliche Entwicklungskonzept formell annehmen. Grund dafür ist, dass die Beschlüsse auch Grundlage für eine Förderung der Maßnahmen in anderen Programmen sein können. "Wie die Kulmregion mit ihren Projekten weiterkommt, bleibt abzuwarten", räumte Bürgermeister Peter Lehr ein.
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