Im Dreiklang weniger Lärm

Auf zehn Millionen Euro ist die Lärmsanierung auf der A 93 bei Wernberg-Köblitz veranschlagt. Wälle und Wände wurden errichtet. Um die angepeilte Lärmreduzierung zu erreichen, muss auch die Fahrbahn leiser werden. Ein Austausch der Beläge wäre wesentlich teuerer gewesen, als das nun angewandte Grinding-Verfahren. Es soll eine Lärmreduzierung um vier Dezibel gebracht haben. Ob das gelungen ist, wird im Frühjahr eine TÜV-Messung zeigen. Zum Vergleich: Eine Verringerung von 10 dB(A) bedeutet eine Halbierung de

"Wo wir uns vorher nur anbrüllen konnten, haben wir normal miteinander gesprochen", bringt Annett Schaare ihre Eindrücke nach dem "Grinding" auf der A 93 bei Wernberg auf den Punkt. Die gerillte Fahrbahn schluckt Lärm. Genug, um die Richtwerte zu erfüllen?

Wernberg-Köblitz. (cv) Fallen die lärmgeplagten Kommunen an der A 93 von Pfreimd bis Ponholz unter die Rubrik "freiwillige Lärmvorsorge" so hat Wernberg-Köblitz bessere Papiere: den Rechtsanspruch auf Lärmsanierung. An der Anschlussstelle stehen seit geraumer Zeit Wälle und Wände. Eine effektive Lärmreduzierung tritt aber nur im Dreiklang mit einer leiseren Fahrbahndecke ein. Doch die Erneuerung der noch relativ intakten Betondecke ist teuer. Um sie noch zu "schieben", testete die Autobahndirektion 2013 bei Luhe ein Spezialverfahren. Die schalltechnische Messung des TÜV Süd bestätigte: vier Dezibel Lärmreduzierung.

Für die Autobahndirektion Nordbayern stand schnell fest, dass dieses "Grinding" auch in Wernberg-Köblitz angewandt werden soll. Laut Annett Schaare (Sachbereich für den Erhalt von Betriebsstrecken) war im Vorfeld lange an den Texturen gefeilt worden, um die belastbare Kombination aus Lärmreduzierung und Griffigkeit zu bekommen. Dann rollte im September die Spezialmaschine an. Zwischen dem Autobahnkreuz "Oberpfälzer Wald" und der Anschlussstelle Luhe-Wildenau wurde auf vier Kilometern Länge das Grinding-Verfahren angewandt. Eine Walze mit Schneidscheiben schliff Rillen in die Decke: 2,8 Millimeter breit und 0,5 Millimeter tief. Dazwischen blieben 1,8-Millimeter-Stege stehen. 65 000 Quadratmeter Betonoberfläche wurden so behandelt. Kosten: 700 000 Euro. Die Rillen verändern die Rollgeräusche und führen laut Annett Schaare "zu einer wahrnehmbaren Lärmverringerung von vier Dezibel". Im Zusammenspiel mit Wall und Wand geht sie davon aus, dass die Richtwerte (59 Dezibel nachts und 69 Dezibel am Tag) eingehalten werden.

Markus Bindnagel (Planung und Bau) hat daran keinen Zweifel, da das Verfahren von der Teststrecke eins zu eins übernommen wurde. Folglich könne man die gleiche Lärmreduzierung gewährleisten. Wie sie subjektiv wahrgenommen wird, stehe auf einem anderen Blatt Papier, zumal in der Bauphase das Tempo auf 80 Stundenkilometer reduziert gewesen sei. Nun gelte Richtgeschwindigkeit. "Eine Beurteilung fällt schwer", so Bürgermeister Georg Butz. "Man hat keinen Vergleich mehr, den früheren Pegel ja nicht mehr im Ohr." Objektive Zahlen soll die Vergleichsmessung bringen: Der TÜV-Süd hat den Lärm vor dem Grinding-Verfahren berechnet und rückt im Frühjahr an, um den Zustand "danach" zu messen.
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