Im dritten Jahr schwarze Zahlen

Seit der Walpurgnisnacht wird in der Dorfmitte auf das neue "Vorbacher Einkaufszentrum" hingewiesen - der Gemeinderat hat nun den Grundsatzbeschluss für den Bau eines "Dorfladens" getroffen. Bild: stg

Der Dorfladen in Vorbach wird kommen: Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen. Lediglich Peter Stickling, Irmgard Bauer und Martin Wiesend (alle CSU) konnte Wolfgang Gröll nicht überzeugen.

Vorbach. (stg) Der renommierte Dorfladen-Berater Wolfgang Gröll stellte dem Gremium seine Machbarkeitsstudie für Vorbach vor. "Dorfläden sind ein wichtiger Teil der Infrastruktur." Solche Einrichtungen dürften nicht als isolierte Lebensmittelversorger gesehen werden, sondern vielmehr als darüber hinausgehende "Impulsgeber" für die Kommune.

Mit Blick auf seine Analyse betonte Gröll, dass man selten eine so komfortable Position für einen Dorfladen wie in Vorbach vorfinde - gerade auch wegen der relativ weiten Entfernung zu den großen Einkaufszentren und Supermärkten. Allerdings sei Entfernung nicht alles, denn: "Innovation muss auch immer dabei sein."

Gröll stellte im weiteren Verlauf der Sitzung Wirtschaftlichkeitsberechnungen vor, ging auf Investitionskosten und angenommene Umsätze ein. Demnach könnte bereits im dritten Wirtschaftsjahr ein leichtes Plus erzielt werden. Gröll berichtete von zahlreichen Dorfläden, die er bereits begleitet habe und es auch heute noch tue.

Zweifel an Berechnungen

Die meisten Wortmeldungen im Gremium fielen nach seinen Ausführungen sehr positiv aus. Nicht jeder war von den angenommen Zahlen allerdings überzeugt: Peter Stickling hinterfragte die Preisgestaltung in einem Dorfladen und zeigte sich skeptisch, ob die von Gröll angenommenen potenziellen Kunden auch wirklich in Vorbach erreicht werden. Der prognostizierte Umsatz - 350 000 Euro im 1. Jahr, 370 000 Euro im 2. Jahr und 400 000 Euro im 3. Jahr - erschien auch Sticklings Fraktionskollegen Martin Wiesend zu hoch.

Beide wie auch Fraktionskollegin Irmgard Bauer zeigten sich überrascht davon, dass der Gemeinderat nun bereits eine endgültige Entscheidung über "ja" oder "nein" treffen solle. Stattdessen sei es sinnvoller, die Vorbacher beispielsweise in einem Bürgerentscheid zu befragen.

Bürgermeister Werner Roder entgegnete, dass nun endlich ein Beschluss getroffen werden müsse: "Dieser erfolgt auch nicht hoppladihopp, denn jeder, der wollte, konnte sich einbringen und informieren." Roder verwies auf die öffentliche Infoveranstaltung, auf die Fahrten zu anderen Dorfläden und die Bürgerbefragung per Fragebogen. "Das Ergebnis war eindeutig: Die Bürgerschaft will den Dorfladen."

Nicht länger zögern

Der Gemeinderat solle nun - auf Basis der Machbarkeitsstudie - nicht länger zögern, um selbst etwas für die Infrastruktur und die Lebensqualität in der Gemeinde zu tun: Diesem Wunsch folgte das Gremium mit großer Mehrheit.
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