Im Dschungel der Auskünfte

"Was fliegt denn da?", heißt ein bekanntes Vogel-Buch. Am Annabergfest stellten sich viele Besucher heuer auch diese Frage, als sie am Nachthimmel mehrfach ein Flugobjekt mit Scheinwerfer wahrnahmen. Das gute einheimische Festbier, sonst gern Ursache für allerlei paranormale Phänomene wie lokale Erdschwankungen, war diesmal unschuldig.

Logisch, dass die Zeitung da nachforscht. Zunächst über das Landratsamt, dann über die US Army. Keiner weiß von nichts, möchte man fast sagen. Beim Luftfahrt-Bundesamt hat man Urlaub. "Schicken Sie halt eine E-Mail!" Wann liest die Referentin das denn? "Keine Ahnung!" Neue Vermittlung. Plötzlich der Anrufbeantworter der Ufo-Forschungsgesellschaft. "Melden Sie uns Ihre Beobachtungen!" Nie mehr Festbier...

Endlich eine Spur: Flugbetrieb der Bundeswehr in Köln. E-Mail, Anruf, sofortige Antwort und erwünschte Auskunft. Respekt. Auch die Gesellschaft zur Flugzieldarstellung ist kooperativ: "Das war unser Jet!"

Fall geklärt, keine US-Drohne, kein Ufo, nur Bundeswehr-Übungsbetrieb in Grafenwöhr mit Außenwirkung. Die NSA weiß also immer noch nicht, wie viele Maßen wir am Berg getrunken haben. Wir könnten ihr da aber auch nicht wirklich helfen. Und außerirdisch (gut) waren dort nur zwei Sachen: das Bier und die Stimmung. Was stört uns da schon so ein Düsenfliegerl...
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