Im Schaltkreis der Firmen

Auf diesen Schienen ist der Roboter unterwegs, der möglicherweise Autoteile zusammensetzt, erklärt Personalleiter Udo Starck (links) von der Firma FEE den Lehrkräften und Behördenvertretern bei einem Rundgang durch das Betriebsgelände. Bild: Bugl

Ein Präzisionsteam sorgt bei der Firma FEE dafür, dass der Roboter Autoteile passgenau verschraubt. Damit auch die Fachkräfte selbst passen, dreht die Industrie an der Bildungsschraube - und geht dafür auch auf die Straße.

Auf den Straßen in ganz Deutschland ist der Hightech-Info-Truck der Metall- und Elektroindustrie unterwegs. Für eine Woche parkt das über 18 Meter lange Gefährt auf dem Gelände der Firma FEE, bestückt mit Experimentier-Stationen, modernster Technik und Info-Broschüren. 500 Schüler haben sich hier angesehen, welche Perspektiven beispielsweise ein Job als Feinwerkmechaniker, Elektroniker oder Technischer Produktdesigner zu bieten hat. Und das sind längst nicht alle Ausbildungsrichtungen, die FEE mit knapp 900 Mitarbeitern für rund 100 Lehrlinge bereithält.

Am Donnerstagnachmittag durften auch Oberstufenlehrkräfte aus den Landkreisen Schwandorf und Cham einen Blick auf die potenzielle Zukunft ihrer Schüler werfen. In Kooperation mit dem Arbeitskreis Schule und Wirtschaft bot diese Veranstaltung der Bildungsregion Schwandorf/Cham einen Ausschnitt der Berufswelt, in der die Fräsmaschine auf den Computer trifft, und es Pläne nur noch auf dem Bildschirm gibt.

"Viele Buben haben heutzutage noch nie einen Gabelschlüssel in der Hand gehalten", sagt Wolf-Dieter Bieler, der als Einstieg in die Branche die Stationen im Info-Truck erklärt. Hier können die Schüler erfahren welcher Stecker für welche Funktion gebraucht wird. Ein Aufzugsmodell im Mini-Format gewährt Einblick in technische Zusammenhänge, und gleich daneben liegen Teile zum Basteln an einem Schaltkreis.

Bürgermeister Martin Birner, der sich am Donnerstag zusammen mit den Lehrkräften im Truck umsieht, erfährt, dass die Maschine inmitten der Metallsplitter nicht mit einem Bohrer, sondern einem Fräser bestückt ist.

Blick für Chancen

Die computergesteuerte CNC-Fräsmaschine sehen die Besucher später in einem größeren Format bei der Führung durch den Bereich "Automation Robotik" in den Werkshallen von FEE. "Bei den Aktionstagen zur Ausbildung haben wir hier rund 500 Schüler mit den Chancen in dieser Branche vertraut gemacht", erklärt Personalleiter Udo Starck und schleust die Gruppe vorbei an einem Greifermodell für Roboter, den schienenartigen Metallteilen, auf denen sie entlang gleiten können, und zu Maschinen, die selbst wieder beim Bau von Maschinen helfen. "Die klassische Serienproduktion ist im Gegensatz zu den Automobil-Zulieferern bei uns eher selten", sagt Starck und deutet auf eine komplexe Installation mit einem verhüllten Pkw-Prototyp, die für einen Hersteller in Dingolfing erprobt wird. Durch die vielen Sonderanfertigungen biete das Unternehmen abwechslungsreiche Jobs. "Selbst so ein Behälter-Wechsel-System ist längst nicht so trivial wie es aussieht", gibt Stark bei der Station mit den vertikalen Metallstreben zu bedenken: "Das muss auch mal einen Stoß vom Gabelstapler wegstecken können."

Zeitgemäß pauken

Nicht weniger robust müssen die Schaltschränke gebaut sein, deren Fertigung dann in der benachbarten Halle im Fokus steht. "Einige davon sind für Schiffsdiesel von MAN", erläutert Starck, "die müssen extreme Vibrationen aushalten." Was in diesen Jobs auf die künftigen Schulabgänger zukommt, war dann Thema bei der Debatte mit den Pädagogen. Eine "zeitgemäße Vorbereitung" auf das Berufsleben wünschen sich die Ausbilder von ihnen. Speziell das Beispiel Duales Studium sollte deutlich machen, wie Schule und Beruf verknüpft werden können.

Und nicht immer ist dabei ein Maximum an Theorie gefragt. "Es stimmt, wir brauchen Ingenieure", sagt Fachmann Bieler im Info-Truck, "aber wir brauchen auch viele Facharbeiter."
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