Immer der gleiche Schmarrn

Ein Alptraum für Ignaz Igel (Hans Hofrichter, sitzend): Tag für Tag reden (von links) seine Tochter Hanni (Kristin Röhlinger), Fips (Gerhard Fleischmann), der Bürgermeister (Gerhard Schnabel), die Emmerenz (Claudia Fröhlich) und der Rosser Flori (Armin Hofrichter) mit den gleichen Worten auf ihn ein. Bild: sön

Ein Leben ohne Überraschungen kann angenehm ruhig sein, aber auch zum Durchdrehen eintönig. Das zeigen die Goaslandler in ihrem neuen Stück "Breznknödl-Deschawü".

(sön) "Pfundig! Mei Leibspeis! Breznknödl", freut sich der verwitwete arme Heimatroman-Schriftsteller Ignaz Igel (Hans Hofrichter). Seine unverheiratete Schwägerin Emmerenz (Claudia Fröhlich) serviert ihm mit einem kräftigen "Hatschi!" und vielen Nasentröpferln das Essen. Er grantelt: "Zwoa Minuten nach zwölfe. Du bist wia a Goaß, die ma an a Leiterwagerl hinten festbind: immer hint nach."

Zwei Bühnen

Und damit sind wir schon mitten drin im lustigen Schwank "Breznknödl-Deschawü" aus der Feder von Ralph Wallner. Bei dessen Premiere zogen die Akteure der Goaslandler alle Register. Auf einer zweiten Bühne schmiedeten zu Beginn des Stücks mehrere Figuren ein Komplott: neben Emmerenz der Brauereibesitzer und Bürgermeister Hopfmoser (Gerhard Schnabel), des Schriftstellers Freund und begnadeter Faulenzer Fips (Gerhard Fleischmann), Igels Tochter Hanni (Kristin Röhlinger) und der Rosser Flori (Armin Hofrichter), ein reicher Pferdebauer, in den die Hanni verknallt ist.

Sie wollen, dass der Schriftsteller seine Himmelsschlüsselwiese an die Gemeinde verkauft. Ein Gemeindehaus soll darauf gebaut werden - aber jeder hat dabei ganz eigene Interessen. Dann sind da noch zwei, die in keinem richtigen Dorf fehlen dürfen: die Gschaftlerin (Marion Fleischmann), eine so richtig neugierige Kirchenchorleiterin, und die scheinheilige und sehr kurzsichtige Betbichlerin (Regina Schnabel).

Alle nerven

So aber geht's weiter: Nachdem es für Ignaz Igel mit seiner Leibspeise so schön begonnen hat, versucht ihn einer nach dem anderen zu überreden, die Himmelsschlüsselwiese zu verkaufen. Seine bissige Tochter aber will den arroganten Rosser Flori heiraten.

Das alles kommt für den Ignaz nicht infrage. Wie sehr würde er sich wünschen, wenn ein Tag einmal genauso ablaufen würde wie der letzte - ohne überraschende Probleme.

Ab dem nächsten Morgen wird sein Wunschtraum wahr, er muss denselben Tag immer wieder neu erleben. Exakt der gleiche Tagesablauf, die gleichen Personen, die gleichen Fragen und immer wieder Breznknödl, mit der von der Betbichlerin geschenkten Soße, garniert von Nasentröpferln der Emmerenz. Treibt man den Ignaz in den Wahnsinn oder bildet er sich das alles nur ein?

Der Zuschauer erfährt, dass ein "Deschawü" das Gefühl sei, eine Situation schon einmal erlebt zu haben, für Bayern "da gleiche Schmarrn wia gestern scho". Ignaz Igel ist am Durchdrehen, man hört, dass er auch deshalb "der Maria Stuart, seiner Katz, aus Versehen mitm Hackl an Kopf oghaut hot".

Der Flori schlägt sich Tag für Tag seinen Schädel am Fenster an, die beiden Dorfratschen bringen alles durcheinander, der Hopfmoser aber behauptet stur: "I lass mir nur vo oaner Person den Mund verbieten, des is mei Frau."
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