Imposante Barbarafeier der Bergleute - Zeichen für die Kameradschaft unter Tage
Tradition lebt wieder auf

Die Bergknappenkapelle mit ihrem Dirigenten Klaus Adelhardt unterhielt die vielen Besucher der Barbarafeier vortrefflich. Bild: cs
Der Bergbau in Auerbach ist seit 25 Jahren Geschichte. Das Patronat ihrer Schutzheiligen zu feiern, haben sich die Bergleute bis heute bewahrt, nach alter Tradition mit einem Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche mit Ehrengästen, einem gemeinsamen Festumzug unter den Klängen der Bergknappenkapelle und anschließender Kameradschaftsfeier.

Bodenschatz Erz

In seinen Grußworten im Rudersaal spannte Bürgermeister Joachim Neuß den Bogen von der 700-jährigen Geschichte der Stadt zum heimischen Bodenschatz Erz: "Es war das Gold des Mittelalters, auf dem die Grundmauern von Auerbach erbaut wurden. Und über diese 700 Jahre hinweg ist es das Erz gewesen, das unser Auerbach zu manchem Glanz und bescheidenem Wohlstand geführt hat." Wenn dies auch in den kommenden Jahrhunderten wohl nicht mehr so sein werde, aber aus der reichen Geschichte heraus sei man dieser Tradition verpflichtet. Diese weiter zu pflegen und nicht sterben zu lassen, dazu rief das Stadtoberhaupt auf. Mit ihrer Berufung, Tag für Tag tief im Schacht, hätten Bergleute ihre Familien ernährt und einen gewissen Wohlstand erarbeitet. In den meisten Fällen sei die Arbeit auch gut gegangen unter dem Schutz der heiligen Barbara.

Die Tugenden aus dem Bergbau, Demut und Ehrfurcht, hätten die Stadt geprägt wie auch das Klima von Zusammenhalt und Kameradschaft. Adressiert an die ehemaligen Kumpel, brachte es Neuß auf den Punkt. "Genau das war ihr Leben für die meisten von ihnen, und die meisten hätten es wohl auch nie anders gewollt".

Dekan Dominik Sobolewski forderte einen noch gerechteren und menschlicheren Umgang in der Welt ein. Er gratulierte allen, die in ihrem Berufsleben in der Öffentlichkeit zu ihrem Glauben stehen. In schmucker Bergmannsuniform übernahmen Martin und Fabian Gottschalk den Altardienst. Für gut und wichtig hielt Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl das Festhalten der Bergleute an der Tradition der Barbarafeier. Die Oberpfalz sei im Zusammenhang mit ihren vielen Hütten die Wiege der Industrialisierung Bayerns gewesen. In vielen Gemeinden des Landkreises wurden dadurch Arbeit und Brot geschaffen.

Flutung mit Tränen

An das Aus der Grube Leonie vor 25 Jahren erinnerte Arbeitsdirektor i.R. Manfred Leiss. "Wir mussten die Grube fluten, mit Tränen in den Augen". Er übergab an den Vorsitzenden des Bergknappenvereins Andreas Wilhelm eine Dokumentation über diese Zeit.

Unter Leitung ihres Dirigenten Klaus Adelhardt unterhielt die Bergknappenkapelle die weltliche Feier. Vorausging die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes.
Weitere Beiträge zu den Themen: Auerbach (9489)Dezember 2014 (1863)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.