In aller Stille viel geschafft

Ihren ältesten Bürger musste die Gemeinde Speichersdorf zu Grabe tragen. Hans Unglaubs Leben dauerte beinahe 97 Jahre. Viele davon widmete er der Gemeinschaft.

Eine große Trauergemeinde verabschiedete am Wochenende mit Hans Unglaub den ältesten Bürger der Gemeinde. Der Kommunalpolitiker, Raiffeisenvorstand und Vereinsmensch war im Alter von fast 97 Jahren verstorben.

Bescheiden, hilfsbereit, freundlich, engagiert bleibe er den Menschen in Erinnerung hieß es bei der Trauerfeier. Seine zuverlässige Art und sein Frohsinn waren Markenzeichen. Frontman sein, auf Konfrontation gehen, war nie sein Ding. Das habe im Krieg sein Leben gerettet, sagte er zu seinem 95. Geburtstag.

Unglaub war Gemeinderat der Gemeinde Guttenthau (1952 bis 1971). Er habe sich 1972 für die Gründung der Großgemeinde Speichersdorf und den Anschluss an den Landkreis Bayreuth ausgesprochen, sagte Bürgermeister Manfred Porsch. Auch nach 1971 blieb er der Kommunalpolitik treu. Er brachte sich in vielen Vereinen ein, war fast 60 Jahre Feldgeschworener.

Fast 20 Jahre war er ehrenamtlich dem Genossenschaftswesen verbunden. 1966 wurde er Aufsichtsrat der Raiffeisenkasse Mockersdorf, befürwortete die Fusion der Kassen Mockersdorf und Wirbenz 1969 und leitete sie als Vorstandsvorsitzender. "1977 machte er den Weg für die Fusion mit der Raiffeisenbank am Kulm frei", sagte Bankdirektor Edmund Kopp. Neben dem Männergesangverein und der Kriegerkameradschaft gehörte er der Feuerwehr an.

Aufgewachsen war Unglaub in Meußelsdorf bei Marktredwitz mit drei Schwestern und zwei Brüdern. Im Juli 1938 musste er zur Wehrmacht. Bis zum Kriegsende war er Fahrer. Nach kurzer englischer Gefangenschaft in Schleswig-Holstein, kehrte er in die Heimat zurück. Am 27. Oktober 1945 heiratete er nach Guttenthau. Mit 27 Jahren übernahm er dort den Hof. Unglaub hinterlässt einen Sohn, drei Enkel und sieben Urenkel. Bis zuletzt begann sein Tag mit der Lektüre des "Neuen Tags". Lebenswichtig war ihm die Mobilität: "Wenn ich nicht mehr Autofahren kann, möchte ich auch nicht mehr leben", hat er einmal gesagt.
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