In Aschach lebt Pfingstlümmel-Fahren wieder auf
Fruchtbarkeitsritual

(sche) Das Pfingstlümmel-Fahren wurde in Aschach nach rund 50 Jahren wieder zum Leben erweckt. Der alte und selten gewordene Oberpfälzer Brauch geht auf vorchristliche Zeiten zurück und war ursprünglich ein Ritual, bei dem die Befruchtung der Erde nach dem Winter gefeiert wurde.

Angeführt von den zwei Bauern und den Organisatoren Felix Schäffer und Jonas Weiß und begleitet von den Oia- und Schmolzkörbelträgern wurde der Pfingstlümmel auf einem geschmückten Leiterwagen von einem Viergespann durch das Dorf gezogen. Dabei war er in einem Sack versteckt. Wehe es wollte jemand wissen, wer sich darin verbarg, der bekam seinen Kochlöffel zu spüren. An jeder Haustüre wiederholten die Akteure ihren Spruch: "Pfingstlümmel, ogstorm bist heit Nacht, im Bett dafroan, wars'd öiha aafgstandn, wars'd a niad woan. Da Bauer hod drei Knecht; da oine is da Pater Langsam, geit am Bon und kiat's Droi zam. Da ander is da Kochlöffelstiel, wo man hischickt frister und safter recht fül. Da dritte is da Mistgrall, geit in Stoll und putzt sein Gaal. Beyre gebt's uns koa rode Kua, denn wie ham koan Stoll dazua, gebt's uns liabar Oia und an Schmolz. Im Namen des Fuchses, des Hases und dem .... (es folgte jeweils der Namen der besuchten Familie) mid seina longa Bortnosen."

Es war den Jungen und Mädchen anzusehen: Sie waren mit Freude beim Aufleben des alten Brauchtums dabei. Am Ende gelangten die gesammelten Eier in die Pfanne und wurden vertilgt. Die Geldspenden wollen die Jugendlichen für kirchliche Zwecke verwenden.
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