In Bildern Gott begegnen

Vor einem kunstsinnigen Publikum im Kloster Benediktbeuren führten Professorin Dr. Maria-Anna Bäuml-Roßnagl (links) und Professor Dr. Leo Weber (sitzend) in die Ausstellung von Hans-Günther Pietschmann (rechts) ein.

Der Schönhaider Künstler Hans-Günther Pietschmann ist weit über die Grenzen des Landkreises Tirschenreuth hinaus bekannt. Jetzt stellt er im Kreuzgang des Klosters Benediktbeuren aus.

"Wer Bilder betrachtet, betrachtet auch sich selbst, seine Erlebnisse, seine Erwartungen und seine Vorstellungen von der Welt", führte Professorin Dr. Maria-Anna Bäuml-Roßnagl in die Ausstellung ein. "Innere Bilder spiegeln sich in der wahrgenommenen Umwelt und die Bildgestaltungen von Künstlern werden zu Ressourcen, die den Spielraum erweitern für die Begegnung mit Mensch-Welt-Gott."

Der Schönhaider Künstler selbst sagte: "Ich möchte den Betrachter meiner Bilder einladen, sich selbst einzubringen." In zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland hat er sein künstlerisches Leitmotiv auch in die gesellschaftsästhetische Raumgestaltung und Lebensweltdiskussion einbringen können, erläuterte Dr. Bäuml-Roßnagl dem kunstsinnigen Publikum bei der Vernissage.

Förderpreis

Bereits 1987 erhielt Hans-Günther Pietschmann den Förderpreis des Medienhauses "Der neue Tag", 2010 verlieh ihm der Oberpfälzer Kunstverein die Auszeichnung für Verdienste um Kunst und Kultur des OKV. "Seine sakralen Arbeiten im öffentlichen Raum finden nachhaltiges gesellschaftliches Echo, so auch seine im Jahr 2013 geschaffene Raumkonzeption und künstlerische Gestaltung der symbolstarken Glasfenster in Fusingtechnik in der Kapelle zum Sonnengesang des heiligen Franziskus in Mühlhof bei Wiesau, wusste Professorin Dr. Maria-Anna Bäuml-Roßnagl. "Dass der Mensch als Künstler seine Umgebung, das Leben mit den Menschen und seine persönliche Gottsuche in seine Lebensgestaltung einbeziehen kann, zeigen die Bildwerke von Hans-Günther Pietschmann in ansprechender und anspruchsvoller Weise." In der Ausstellung im Kloster Benediktbeuern präsentiert der Schönhaider Künstler im lichterfüllten Kreuzgang einen Querschnitt seines Schaffens. Die Laudatorin sprach von einer mystischen Botschaft zu christlichen Themen. Einen thematischen Schwerpunkt bildet die österliche Bildphilosophie zu Karfreitag und Ostern, Tod und Auferstehung Jesu Christi. Von Pater Dr. Leo Weber, emeritierter Professor für Kirchen- und Kunstgeschichte an der Hochschule der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern, hörten die Besucher der Vernissage eine exzellente Deutung der Bildmotive und Laudatio auf Künstler Hans-Günther Pietschmann.

Die Charakteristik der künstlerischen Arbeiten Pietschmanns fand durch die kunstversierten Ausführungen von Professor Leo Weber eine Zuordnung zu jenen Künstlern, die wie Franz Marc die "Sakralität" der Bilder mit den Mitteln der Farbe gestalten. Den zweiten Schwerpunkt der Ausstellung im Südflügel des Kreuzgangs bilden die originalen Bildvorlagen in Acryltechnik zu großen Glasfenstern zum Sonnengesang des heiligen Franziskus, die Hans-Günther Pietschmann für die Franziskuskapelle der Familie Eichenseher in Mühlhof bei Wiesau gestaltete. "Dass Raum und Umgebung gewollt und gekonnt in die künstlerische Arbeit einbezogen werden und die diffizile Glaskunsttechnik mit der Bildaussage harmonisch koordiniert werden können, wird in diesen einmaligen Glasfenstergestaltungen offenkundig", stellte Dr. Maria-Anna Bäuml-Roßnagl heraus.

Heiteres Gespräch

Eine kommunikationsfreundliche Facette des künstlerischen Werkes von Hans-Günther Pietschmann zeigt sich in weiteren Exponaten, gelungenen Porträtgestaltungen. So führte ein Porträt vom verschmitzt lächelnden Papst Franziskus zu einem erheiternden Gespräch über die Entstehungsgeschichte. Die Werke von Hans-Günther Pietschmann sind noch bis 2. November im Kloster Benediktbeuren zu sehen.
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