In den Taschen: Handy und Heimaterde

In ihren Taschen haben die Flüchtlinge ein wenig Wechselwäsche. Ein Handy - "meistens Museumsstücke", sagt Dienstgruppenleiter Ralf Höllering. Sind bessere Mobiltelefone dabei, checken die Beamten schon mal die Fotos. In Freyung hatte ein Flüchtling ein Bild von seinem Schleuser gemacht, praktisch für die Ermittler. "Bei uns hatte mal einer griechische Inseln fotografiert." Manchmal finden sich in den Taschen Kärtchen mit religiösen Sprüchen. Oder ganz klitzekleine Stoffsäckchen mit Heimaterde drin. Jeder hat einen Geldbeutel dabei. Bei den meisten ist er leer.

Ein Junge hatte einen Zettel dabei mit der Aufschrift: "Searching for my brother: Daggendorf." Warum sind so viele Jugendliche ohne ihre Eltern unterwegs? Die Bundespolizei hat die Jungen befragt. "Manche sagen, dass ihre Eltern nicht das Geld für alle haben und zumindest die Kinder schicken. Andere sagen, sie haben ihre Eltern auf den unendlichen Wanderungen verloren."

Mädchen sind selten dabei. Ihre Schleusungen sind teurer, weil sie beschützt werden müssten. (ca)
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