In der letzten Minute der K.o-Treffer

Benjamin Werner (rechts) stürmte für die zweite Mannschaft des FC Amberg und erzielte gegen die DJK Ensdorf (links Fabian Westiner) das 1:0. Bild: Venzl

Bitter: In der Nachspielzeit kassiert der FC Amberg ein Tor und verliert mit 0:1 bei der SpVgg Unterhaching. Besonders bitter: Die Szene kurz davor, in der der Schiedsrichter eigentlich hätte pfeifen müssen.

Das Warten auf den ersten Auswärtssieg in dieser Saison geht weiter. Dabei machte der Drittliga-Absteiger erst in der Nachspielzeit durch Markus Einsiedler den entscheidenden Treffer. In der Szene zuvor, die zur Ecke geführt hatte, wurde Tobias Wiesner im eigenen Strafraum gefoult, was der ansonsten gut leitende Referee Steffen Grimmeißen und seine Assistenten jedoch übersehen hatten.

"Es war ein nicht unverdienter Sieg der Hachinger", gab Ambergs Teammanager Hubert Kirsch dann nach dem Schlusspfiff unumwunden zu. Denn die Gastgeber hätten im zweiten Durchgang mehr investiert und enorm viel Druck gemacht. "Wir wollten den Punkt über die Zeit retten, was uns leider nicht gelungen ist. Wobei wir bei den Chancen der Unterhachinger auch Glück hatten", so Kirsch weiter. "Wir wären gerne mit dem einen Zähler nach Hause gefahren. Aber die Niederlage ist kein Beinbruch. Es ärgert nur die Art und Weise. Jetzt müssen wir uns die nächsten Zähler halt zuhause gegen Illertissen holen", blickte Kirsch dann schon wieder optimistisch nach vorne.

Große personelle Probleme hatte Unterhachings Coach Claus Schromm vor der Partie: Neben den beiden langzeitverletzten Franz Rathmann (Kreuzbandriss) und Sebastian Wiesböck (Wadenbeinbruch und Syndesmosebandriss) fielen auch Vincent Friedrich (Faserriss) und Andreas Markmüller (Kniereizung) aus. Ebenso Kapitän Jonas Hummels, der nach einer Knie-Arthroskopie fehlte. Schlussmann Stefan Marinovic war mit der neuseeländischen Nationalmannschaft unterwegs.

Ambergs Coach Rost konnte nahezu seine Bestbesetzung ins Rennen schicken. Kai Hempel war wegen seiner fünften gelben Karte gesperrt, für ihn rückte Frank Lincke in die Anfangsformation. Die wurde gegenüber dem 2:2 in Augsburg auf zwei weiteren Positionen verändert: Silas Göpfert und Tobias Wiesner saßen zunächst auf der Auswechselbank, für sie starteten Alexander Jobst und Junior Torunarigha.

Beide Mannschaften waren in der Anfangsphase darauf bedacht, keine Fehler zu machen und aus einer geordneten Defensive heraus zu agieren. Die erste nennenswerte Chance gab es dann auch erst nach zehn Minuten, wobei eine Standardsituation herhalten musste. Nach einer Ecke stieg FCA-Kapitän Michael Plänitz am höchsten, brachte aber nicht genügend Druck hinter seinen Kopfball, der über die Latte segelte.

Erst allmählich investierte Unterhaching etwas mehr ins Spiel nach vorne und erarbeitete sich ein leichtes optisches Übergewicht. Einzig erwähnenswert in einer bis dahin nur mäßigen Regionalliga-Partie war ein 30-Meter-Schuss von Alexander Sieghart (22.), der aber von der FCA-Abwehr problemlos abgeblockt wurde.

Gefährlicher waren da schon die beiden Hachinger Aktionen in der 32. und 34. Minute: Zunächst entschärfte FCA-Torwart Matthias Götz einen Freistoß von Dominic Reisner an den Fünf-Meter-Raum, ehe Nicus abgefälschter Schuss aus 16 Metern nur um Zentimeter am Pfosten vorbeizischte.

In unveränderten Aufstellungen gingen beide Mannschaften in die zweiten 45 Minuten, in denen die SpVgg Unterhaching die erste Möglichkeit hatte. Ein langer Diagonalball landete bei Nicu, der diesen geschickt mit der Brust mitnahm und mit links aus elf Metern abzog. Allerdings war Götz auf dem Posten (49.). Die Gastgeber, die weitaus agiler aus der Kabine kamen, wollten den Führungstreffer und drückten den FC Amberg in dessen Hälfte. Der wiederum blieb durch seine Konter gefährlich. So hatte Marco Wiedmann nach einem unglücklichen Klärungsversuch der Hachinger das 1:0 auf dem Fuß, doch sein Schuss segelte am Tordreieck vorbei (74.), ehe drei Minuten später Plänitz seinen Kopfball nach einer Ecke frei stehend am langen Pfosten vorbeisetzte.

In der turbulenten Schlussphase ging es hin und her: Maximilian Dombrowka und Ulrich Taffertshofer (80.) brachten aus wenigen Metern das Spielgerät nicht im Tor unter. Als sich alle schon mit einer Punkteteilung abgefunden hatten, köpfte Einsiedler, der schon im DFB-Pokal gegen Ingolstadt entscheidend traf, nach einer Ecke zum vielumjubelten und glücklichen 1:0 (92.) ein.
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