In der Schweppermannkaserne öffnet im September eine eigene Kinderbetreuung
Bundeswehr denkt an Familien

Der Bundestagsabgeordnete Rainer Erdel informierte sich auch über die neuesten gepanzerten Fahrzeuge des Logistikbataillons. Bild: gf
Lokales
Deutschland und die Welt
07.05.2013
6
0
Ranghohen Besuch hatte das Logistikbataillon 472, als sich der FDP-Bundestagsabgeordnete Rainer Erdel vor Ort über Sorgen oder Nöte der Nachschubtruppe informierte. Der Oberst der Reserve ist Mitglied im Verteidigungsausschuss und Träger der Ehrennadel des Logistikbataillons 472.

Viel Zeit nahm sich Erdel, als Oberstabsfeldwebel Manfred Gaevert, der Leiter des Familienbetreuungszentrums Kümmersbruck, die neue Kindertagespflegestelle erläuterte - eine Piloteinrichtung der Bundeswehr und bisher einmalig für alle bayerischen Standorte. Sie soll im September öffnen. Etwa 1,2 Millionen Euro, so Gaevert, investiere die Bundeswehr in diese Einrichtung, in der bis zu zehn Kinder im Alter von sechs Monaten bis zu drei Jahren, aufgeteilt in zwei Gruppen, von vier Tagesmüttern versorgt werden, während die Eltern ihren Aufgaben bei der Truppe nachgehen.

Die Kosten lägen erheblich unter den Beiträgen, die Eltern in kommunalen Kinderkrippen oder Kitas aufbringen müssten. Größten Wert lege die Bundeswehr auf modernsten energetischen Standard. Im Außenbereich steht ein Spielplatz zur Verfügung, dessen Geräte die Soldaten eigenständig zusammengezimmert haben, sei es das Piratenschiff, der Kletterturm oder die Rutsche.
Kommandeur Kai Häußermann betonte, dass die Bundeswehr ein moderner Arbeitgeber sei, der sich seiner Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern bewusst sei. Man wolle einen familiengerechten Arbeitsplatz bieten, so weit es mit den Aufgaben der Bundeswehr vereinbar sei. Keinesfalls wolle die Truppe den Kommunen bei Kinderkrippe oder -garten Konkurrenz machen. Aber es gehe nicht an, so der Kommandeur, dass eine in Ammerthal wohnende Soldatin am Morgen ihr Kleinkind nach Sulzbach-Rosenberg in die Kita bringe, dann in der Schweppermann-Kaserne Dienst tue, anschließend wieder nach Sulzbach-Rosenberg fahre, um ihr Kind zu holen und nach etwa zehn Stunden wieder zu Hause in Ammerthal zu sein.

Manfred Gaevert wies den Abgeordneten darauf hin, dass Verantwortliche der Bundeswehr auch darüber nachdenken sollten, dass es Soldaten gebe, die pflegebedürftige Angehörige hätten, und dass deren Dienst eventuell so gestaltet werden sollte, dass sie zusätzlich Vater oder Mutter versorgen können.
Weitere Beiträge zu den Themen: Gärmersdorf (13)Mai 2013 (9144)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.