In Deutschland geboren und überall fremd

Zwei der jungen Kosovaren, die jetzt in Griesbach untergebracht sind, wurden in Deutschland geboren. Sie haben die ersten sieben Jahre ihres Lebens hier verbracht, bevor sie nach dem Krieg mit den Familien in den Kosovo zurück mussten.

Sie haben ein großes Problem, da sie im Kosovo als "Fremde" angesehen werden und auch in Deutschland als "Ausländer" gelten. Einer von ihnen ist Bytyqi Lumerim, 1993 in Rosenheim geboren. Nach 15 Jahren im Kosovo fasste er den Mut, allein nach Deutschland zurückzukehren. Drei Monate war er unterwegs, zu Fuß und als Tramper. Der gelernte Fliesenleger würde ebenso gerne in Deutschland arbeiten wie die anderen Asylbewerber.

Zum Beispiel Reqica Kujtim, vor 24 Jahren im Kosovo geboren. Er hat als Baggerfahrer gearbeitet, könnte sich auch Arbeit in einer Küche vorstellen. Wichtig wäre ihm, Deutsch zu lernen. Auch er spielt gerne Fußball. Ein schweres Schicksal haben die Eheleute Remzije Pacolli und Vehoi Avdyli. Der 44-Jährige, der schon einmal in Deutschland gelebt hat, ist seit zwei Monaten wieder hier. Seit einem Arbeitsunfall, bei dem er fast sein Augenlicht verlor, hat er gesundheitliche Probleme und wurde abgeschoben.

Doch im Kosovo bekommt er nicht die nötige ärztliche Versorgung, dort kann die Stahlplatte in seinem Kopf nicht entfernt werden. Nun versucht die AWO, eine geeignete Klinik zu finden. Vehoi würde wie seine 38-jährige Frau gerne anderen Leuten helfen, etwa beim Putzen oder im Garten.

Behlul Vokshi, 1990 im Kosovo geboren, hat ebenfalls als Maler gearbeitet. Musik ist sein Hobby, er spielt gerne Fußball. Gerne würde er in Griesbach Leute kennenlernen, vielleicht auch in einen Verein gehen. (wg)
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