In die Mitte holen

Gemeinsames eroberten die Teilnehmer des Tanzworkshops im Jugendzentrum in Weiden die Tanzfläche. Die Jugendlichen mit Behinderung waren von anderen kaum zu unterscheiden. Bild: fz

Menschen mit Behinderung wollen nicht abgeschottet werden. Die Möglichkeit, aktiv ihre Freizeit zu verbringen, eröffnet ihnen die "Offene Behindertenarbeit". Helfer der zwei Organisationen in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN leisten tausende Stunden ehrenamtlicher Arbeit.

Irchenrieth/Weiden. (fz) Menschen mit Behinderung haben nicht immer die Möglichkeit, ihre Freizeit nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Es gibt einige Barrieren. Diese zu überwinden und Angebote zur Freizeitgestaltung zu bieten, dafür stehen in der Region der Allgemeine Rettungsverband Weiden (ARV) und die "Offenen Hilfen" am Heilpädagogischen Zentrum Irchenrieth (HPZ) mit der "Offenen Behindertenarbeit".

Vielfältiges Angebot

Da in Deutschland alles dokumentiert werden muss, trifft es die beiden Leiter der "Offenen Behindertenarbeit" Martina Gründer (HPZ) und Michael Trummer (ARV) nicht anders. In je 50-seitigen Berichten ist die ganze Jahresbilanz 2014 zusammengefasst, die Grüner und Trummer zusammen mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt Weiden, Alexander Grundler, vorstellten. Dabei war die Zielvorgabe, Menschen mit Behinderung ein vielfältiges Angebot zu machen. Der ARV ist stärker im Erwachsenenbereich und in der Stadt Weiden unterwegs, die "Offenen Hilfen" decken mehr Kinder- und Jugendbereiche im Landkreis ab.

JUZ steht im Mittelpunkt

Aber die Vernetzung schreitet voran. Immer mehr rückt auch das Jugendzentrum der Stadt Weiden (JUZ) in den Vordergrund, in das behinderte junge Menschen etwa bei Theateraufführungen, Tanzworkshops und Discos mit eingebunden werden. Einer der absoluten Höhepunkte bisher ist der Rolliparcours. Mitten in Weiden haben die Verantwortlichen mit Unterstützung des Rotary-Clubs damit rund 1000 Menschen erreicht.

Die Statistik der beiden Organisationen liest sich beeindruckend. Beim ARV wurden einmalige Freizeitangebote mit 1100 Stunden genutzt, die regelmäßigen Gruppenaktivitäten beliefen sich auf 1500 Stunden. Der "Offene Treff" wurde 3300 Stunden genutzt und zudem 400 Stunden Bildungsangebote. 99 Menschen mit Behinderung haben die Aktionen angenommen.

Bei den "Offenen Hilfen" schlägt erst einmal eine Zahl durch. 147 Familien wurden durch den Familienentlastenden Dienst (FED) an 8000 Stunden betreut. Das sind meist Eltern mit einem behinderten Kind, die am Wochenende in ein Theater oder eine andere Veranstaltung gehen wollen. Da kommen dann die FED-Mitarbeiter ins Haus. Einmalige Angebote wie Festbesuche wurden 3700 Stunden genutzt, der "Offene Treff" verzeichnete 560 Stunden und 640 Stunden wurden Bildungsangebote in Anspruch genommen.

Das alles geht nicht ohne Personal. Dabei ist die Zahl der festen Mitarbeiter mehr als gering. Beim ARV sind es 15 Frauen und Männer, die sich ehrenamtlich einbringen und bei den "Offenen Hilfen" 75 Freiwillige. "Wir bräuchten dringend noch mehr, um die Angebote auszuweiten", sagt Leiterin Grüner. Sie wird auch mit ihrem Team heuer wieder in den Betriebsferien des HPZ eine Betreuung anbieten. Eine wichtige Aufgabe ordnete der Behindertenbeauftragte Grundler beiden Organisationen zu. Im Zuge der Inklusionsdebatte steige der Beratungsbedarf, weil sich ständig etwas ändere.
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