In fünf Minuten alles in Flammen

Der schwarze Rauch, der lange über dem Zentrum des Brandes aufstieg, soll von alten Reifen verursacht worden sein. Bild: gf

Zunächst hatte der heftige Wind das Feuer wie per Kamineffekt blitzschnell vom Stall auf die gesamten Nebengebäude übergreifen lassen. Als der Schneefall dann nachließ, kündete eine riesige Rauchwolke von dem brennenden Bauernhof in Winbuch.

Kurz vor 18 Uhr entdeckte der betroffene Landwirt nach eigenen Angaben beim Melken, dass das Heu über dem Stall Feuer gefangen hatte. Er habe zusammen mit seinem Sohn noch eigene Löschversuche mit dem Gartenschlauch einleiten wollen, doch innerhalb von fünf Minuten hätten alle Wirtschaftsgebäude, die an den Stall angebaut sind, lichterloh gebrannt.

Glück im Unglück: Im Nachbarhaus wohnt der Winbucher Feuerwehr-Kommandant Reinhard Götz. Als er das Feuer mitbekam, löste er sofort den Alarm aus, seine Frau informierte bereits um 17.58 Uhr die Leitstelle in Amberg. Sie alarmierte im großen Umkreis. Bis aus Burglengenfeld (Kreis Schwandorf) und Amberg rückten die Einsatzkräfte an. Zum Schluss bekämpften etwa 160 Feuerwehrleute den Brand. Sie verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus.

Da im Ort nur ein Hydrant angezapft werden konnte, wurden zwei B-Leitungen von Greining her gelegt. Die Amberger Feuerwehr sorgte mit einem fast 5000 Liter fassenden Tankfahrzeug für weiteren Wasser-Nachschub und brachte später auch zusätzliche Atemschutzgeräte, da die starke Rauchentwicklung an vielen Stellen ein Vorgehen gegen die Flammen nur unter Atemschutz zuließ.

Der schwarze Rauch, der aus dem Zentrum des Brandes aufstieg, soll nach ersten Erkenntnissen von Einsatzleiter und Kreisbrandinspektor Hubert Blödt durch alte Reifen verursacht worden sein. Menschen und Tiere kamen nach den Informationen von Blödt nicht zu Schaden.

Etwa 20 Bullen und Jungtiere waren aus dem Nebengebäude in ein benachbartes Fahrsilo getrieben worden. Gut 20 Kühe und Kälber sowie ein Bulle waren im Hauptstall, der von einer Betondecke geschützt wurde. Sie mussten zunächst dort bleiben, die Feuerwehr baute aber eine Lüftung auf, die den Rauch immer wieder hinausblies. Die Tiere wurden später in andere Ställe gebracht.

Die Brandursache war am Donnerstag noch völlig unklar. Gleiches gilt für die Schadenshöhe. Die Polizei ging von bis zu 400 000 Euro aus.
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