In Klausur den Weitblick schärfen

In Klausur: Die Markträte beschäftigten sich im Kloster Strahlfeld mit kommunalen Themen und der Frage, wie sie in den Sitzungen des Marktgemeinderates kommuniziert werden sollen. Bild: hfz

Das Alltagsgeschäft verstellt oft den Blick. Um den Weg, wohin sich die Gemeinde in den nächsten Jahren entwickeln soll, nicht aus den Augen zu verlieren, ging der Marktrat in Klausur. Erfahrene Moderatoren zeigten, wie Projekte effektiver auf die Reihe gebracht werden können.

Wernberg-Köblitz. (cv) Die Seminare zur Gemeindeentwicklung werden von der Schule der Dorf- und Landesentwicklung der Abtei Plankstetten angeboten. Erik Bergner und Theresa Bräuer begleiteten die Wernberg-Köblitzer Markträte - 13 nahmen teil - im Kloster Strahlfeld.

Die Markträte formulierten ihre Vorstellungen und Erwartungen: Gemeinsam Ideen entwickeln, für einen guten Informationsstand sorgen, einen roten Faden bei Projekten haben, eine Prioritätenliste machen.

Termine setzen

Ingenieur Ingo Mages, Bürgermeister Georg Butz und Theresa Bräuer sorgten für den Input: die geplante Mehrzweckhalle, die finanzielle Situation der Gemeinde und die Dorferneuerung wurden thematisiert. Bei der Sporthalle ging es gleich ans Eingemachte. Um zum Ziel zu kommen, sind Zeitschiene, Größe, Nutzungsgebühren, Unterhaltskosten zu klären, ebenso, wann sich der Marktrat definitiv festlegt und wann es eine Info-Veranstaltung für die Bürger gibt. Auf den Pinwänden stand denn auch gleich dahinter, wer den jeweiligen Punkt bis wann abklärt.

Nach diesem Strategietraining am Einzelobjekt ging es in Teil zwei des eineinhalbtägigen Seminars an die Bestandsanalyse: Wie sehen die Stärken und Qualitäten der Kommune aus, wo liegen die Schwächen und Probleme? Auf der Haben-Seite reichte die Bandbreite von Industriegebiet, Arbeitsplätzen, Ärzteversorgung, Naherholung und guter Gastronomie über das Vereinsleben bis zu Krippenplätzen und Autobahnkreuz. Bei den Schwächen waren Ortsteildenken, öffentlicher Personennahverkehr, knapper finanzielle Spielraum, Leerstände und das Ausbluten kleiner Ortschaften zu finden.

Externe Moderatoren

Dabei sollte es nicht bleiben. Die Gruppenarbeit zielte auf Zusammenarbeit im Marktrat und mit der Verwaltung ab. Die Fragen der Moderatoren: "Wie ist es? Wie soll es sein? Was ist zu tun?" Unter "Ist-Zustand" waren dann Schlagworte wie Grüppchenbildung, Polemisieren, Aufwärmen von schon Beschlossenem zu finden. Und wie sollte es sein? In dieser Rubrik standen nach der Gruppenarbeit Teamarbeit, Wertschätzung der Redebeiträge, gleicher Infostand, Ehrlichkeit, mehr Info für die Fraktionssprecher, kommunikative Zusammenarbeit, sachliche Diskussionen. Und wenn große Projekte anstehen, sollen auch externe Moderatoren eingesetzt werden.

So entstand ein "Kontrakt" der Zusammenarbeit, die man wohl auch benötigt, um die Ziele der nächsten Jahre zu erreichen. Sie wurden nach Dringlichkeit durchnummeriert. Die Schlagworte Vermarktung des Gewerbegebiets, Verwaltung und das Verwaltungsgebäude gut aufstellen, für ausreichend Wohnraum sorgen, Verbesserung innerörtlicher Infrastruktur stehen ganz oben. Die Palette umfasst die Einstufung als Mittelzentrum, Marktplatz als kulturelles Zentrum, Mehrzweckhalle und Seniorenzentrum bis hin zum Wunsch, die Bürger in die Partnerschaft mit Tschechien besser einzubinden, das Gewerbe als Partner der Gemeinde zu gewinnen und das Ortsteildenken zu überwinden. Zu den diversen Themen gab auch ganz konkrete Ideen aus den Reihen der Markträte. Das Ganze mündete in einen Aktionsplan: Die Aufarbeitung in einer Sondersitzung mit einem externen Moderator.

"Wo wir stehen"

Am Abend saßen die Markträte noch in geselliger Runde zusammen, damit auch die Chemie stimmt, wenn es wieder in die Sitzung geht.

Eineinhalb Tage ist ein knappes Zeitfenster, doch man habe gemeinsam erarbeitet, "wo wir stehen und wie wir miteinander weiterarbeiten können", betont Bürgermeister Georg Butz. Hilfreich war das Seminar auch für die neuen Markträte, um sie bei lange laufenden Maßnahmen auf den aktuellen Stand zu bringen.
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