In voller Blüte

Der Obst- und Gartenbauverein feiert am Wochenende, 6. und 7. Juni, 110-jähriges Bestehen mit einem Ehrenabend und dem Hollerküchlfest im Kreislehrgarten. Der Verein gewann vor allem nach der Wiedergründung am 22. Februar l948 an Bedeutung im gesellschaftlichen Leben des Ortes.

Floß. (le) Über die Anfänge im Jahr 1905 gibt es keine Aufzeichnungen. Aus Überlieferungen ist bekannt, dass 27 Bürger, vor allem Landwirte, den Club gegründet haben. Bekannt ist auch, dass Oberlehrer Christoph Müller den Vorsitz übernahm und Johann Weig aus Schönbrunn sein Stellvertreter war. Lehrer Sörgel wurde Kassier und Schriftführer. Der Ausschuss setzte sich aus Hans Meißner (Haupertsreuth), Hans Riebel und Karl Nordgauer aus Floß sowie Johann Schieder aus Kalmreuth zusammen.

Bereits 1906 gab es eine erste Obstausstellung. 1907 wurde eine Vereinsspritze für Kupferkalkbrühe angeschafft. Im Ersten Weltkrieg 1914/1918 ruhte das Vereinsleben. Die Nationalsozialisten machten Obstgartenbesitzern 1934 zur Auflage, ihre Bäume gründlich zu pflegen. 1935 war die Rede von der Teilnahme an einer "Erzeugungsschlacht" für Obst.

Im gleichen Jahr gab es in Floß die erste Bezirks- und Lehrschau für Obst und Gemüse, Bienenzucht und Vogelschutz. Im Sommer 1939 wurden eine Fruchtsaftkelterei und eine Eindosungsanlage in Betrieb genommen. 1941 hatte der Verein 164 Mitglieder - Rekord. Während des Kriegs herrschte Pflichtanbau von Feldgemüse, Krautsorten und Roten Rüben. Die Schulen mussten Obstkerne sammeln. Nach dem Krieg trafen sich Gartenfreunde am 17. März 1946 mit Genehmigung der Militärregierung zur ersten Versammlung statt. Am 22. Februar 1948 nahmen zur Wiedergründung Schreinermeister Fritz Höllerer, Erhard Witzl, Fritz Lange und Fritz Sailer das Heft in die Hand. Aus einem früheren Schriftstück geht hervor, dass Oberlehrer a. D. Primus Schellein den Verein ab 1931 als Vorsitzender geleitet hatte. Er wurde am 7. März 1954 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Große Verdienste

In dieser Versammlung konstituierte sich ein neuer Vorstand um Malermeister Fritz Sailer und Hans Hofmann aus Ritzlersreuth. 1965 lösten Albert Rauch, Fritz Sailer, Fritz Münchmeier und Otto Höllerer die Führungsriege ab. Von 1972 bis 1987 ruhte das Vereinsleben. Es war das Verdienst von Hans Gollwitzer und Marktrat Rudolf Bäumler, dass der Verein 1987 wieder in Schwung kam. Schließlich wurde der Verein Mitglied beim Landesverband. Die "Kastanienallee " an der Plößberger Straße entstand auf Initiative der Gartenfreunde. Im früheren "Rastgarten", dem heutigen Kreislehrgarten, kam es zum ersten Obstbaumschnittkurs mit Michl Altmann aus Pressath.

Große Verdienste um den Jubelverein erwarb sich Landwirt und Austragsbauer Hans Gollwitzer aus Würzelbrunn. Er war vom 3. November 1987 bis 19. November 2011 Vorsitzender und wurde 2002 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Tod am 31. August 2005 hinterließ eine schmerzhafte Lücke. Er gilt als Vater des Kreislehrgartens.

Souveränes Frauentrio

Eine neue Ära brach am 22. Oktober 2007 mit den gleichberechtigten Vorsitzenden Rita Rosner, Edith Lederer und Inge Ertl an. Den Schwerpunkt der Vereinsarbeit sehen sie in der Pflege und im Unterhalt des Kreislehrgartens, in Pflanzungen am Bocklradweg und Veranstaltungen wie dem Kinderferienprogramm. Höhepunkte sind die alljährlichen Hollerküchlfeste. Der größte Stolz des Vereins ist die Kinder- und Jugendgruppe namens "Gartenkrähen", um die sich Nicole Venzl und Christine Schreiber kümmern. Sie bekamen dafür bereits einen Preis des Landkreises.
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