Industrie jubelt, aber Bauern fürchten Freihandelsabkommen: Diskussion bei Seminar der ...
Hormone für Hühnchen, Reste für Rinder

Das Motto des Abends im Schützenheim ist komplex, die Diskussion darüber kontrovers, das Fazit aber einmütig: Das Freihandelsabkommen TTIP bringt Vorteile für die Industrie. Allerdings sind Nachteile für die Landwirte zu befürchten. Darüber waren sich der Referent und die Teilnehmer der lebhaften Diskussion am Ende einig.

Überschrieben war der Seminarabend, zu dem die Hanns-Seidel-Stiftung eingeladen hatte, mit "Chancen und Risiken für Deutschland und Europa im Hinblick auf das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP". CSU-Vorsitzender Norbert Wildenauer begrüßte 30 Besucher, die teils auch von weiter herkamen. Der Regionalbeauftragte der Hanns-Seidel-Stiftung stellte zunächst seine Institution vor, die in mehr als 60 Ländern aktiv ist. Referent war der freiberufliche Dipl.-Politologe Karst Pfeifer aus München, der das Thema wertneutral, verständlich und wie folgt erklärte: Ziel sind der Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen sowie ein Investitionsschutzabkommen. Derzeit finden in Miami wieder Verhandlungen statt. Sie aber sind geheim. Beide Seiten, USA und Europäische Union, befürchten mehr Nach- als Vorteile.

Der Abbau von Zöllen könne Produkte billiger machen, dagegen müssten die Staaten mit Steuerausfällen rechnen. Zu Widerständen in der Bevölkerung führt das Angleichen von bestimmten Standards, vor allem bei Lebensmitteln. "Wir Europäer wollen den Import von sogenannten Chlorhühnchen verhindern, während die Amerikaner unsere Antibiotikahühnchen nicht haben wollen." Vor allem die Landwirte protestierten im Schützenheim.

Die Amerikaner würden genauso viele Hormone verabreichen und Schlachtrinder mit noch verpackten Industrieabfällen füttern. Als wichtigen Punkt bezeichnete Pfeifer die Angleichung von Industriestandards.
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