Inferno mit Benzingeruch

Der australische Regisseur George Miller, der nach den ersten drei "Mad Max"-Filmen unter anderem den Pinguin-Trickfilm "Happy Feet" gedreht hat, besinnt sich für "Mad Max: Fury Road" auf alte Schauwerte. Durch die trostlosen Wüsten Australiens brettern die Überlebenden der Menschheit in aufgemotzten PS-Bestien. Bilder: Warner Bros.

Röhrende Motoren, Explosionen und Endzeitstimmung: Nach 30 Jahren Pause kehrt der Filmheld "Mad" Max Rockatansky zurück und entfesselt ein gewaltiges Action-Inferno auf der Leinwand.

Der Held der Kult-Kinoserie "Mad Max" rast wieder durch die postapokalyptische Welt Australiens. Die Hauptrolle des Ex-Polizisten spielt zwar nicht mehr Mel Gibson, sondern Tom Hardy. Doch der britische Schauspieler, bekannt aus Christopher Nolans "Inception" und "The Dark Knight Rises", erweist sich als würdiger Nachfolger: wortkarg, unerschrocken und mit der alten Lederjacke, die schon Gibson trug.

"Mad Max: Fury Road" ist ein durch und durch benzingetränkter Streifen mit Höllentempo, in dem Rockatansky von den Schrecken seiner Vergangenheit verfolgt wird und mit der knallharten Furiosa und ihren Begleiterinnen den grausamen Warlord Immortan Joe und dessen Krieger bekämpft. Der australische Regisseur George Miller, der auch die ersten drei Teile drehte, zelebriert das mit allem, was die Filmtechnik zu bieten hat.

Die letzten ihrer Art

Mit Hardy und Charlize Theron als rachebeseelter Furiosa bietet der Film zwei Stunden Action pur: atemberaubende Verfolgungsjagden mit röhrenden Motoren, halsbrecherische Stunts, spektakuläre Crash-Szenen und bildgewaltige Explosionen. Sogar die Natur verschwört sich und droht, alles Leben in einem schwefelgelben Gewittersturm epischen Ausmaßes auszulöschen. Und das in einer ohnehin zerstörten, öden Welt mit baumlosen Wüsten, scharfkantigen Felsformationen und Schlamm-Pisten bis zum Horizont. Eine feindliche Umgebung, in der die wenigen Menschen, die sich hier durchschlagen, keine Gnade kennen.

Die wichtigsten Güter: Wasser und - wieder einmal - Benzin. Immortan Joe hat sich diese Schätze gesichert und sich so die dürstenden Menschenmassen untertan gemacht. Doch der Herrscher fürchtet um den Fortbestand seines Stammes - ist Furiosa doch mit seinen überaus hübschen Frauen entflohen, die seine Kinder gebären sollen. Wutentbrannt bricht er mit seinen Kriegern auf, die er mit einem kruden Germanen-Kult gefügig gemacht hat.

Miller fährt alles auf, was man sich vorstellen kann: stachelbewehrte Kriegswagen, gigantische Panzer-Trucks, wildentschlossene Kämpfer, die sich an biegsamen, langen Stangen durch die Luft schleudern lassen. Auspuffrohre, die Flammen spucken. Und riesige Feuerbälle. Miller dirigiert diese Höllenmaschinen zu einer Choreographie des Schreckens, die mal an brutale Western, mal an antike Schlachten oder mittelalterliches Gemetzel erinnert.

Wer ist verrückter?

Bei so viel gnadenloser Gewalt, Blut und Lust am Töten tut es gut, dass das düstere Endzeit-Inferno hin und wieder aufgebrochen wird - wirkt das Spektakel der Superzylinder doch bisweilen so überdreht, dass es schon wieder komisch ist. Völliger Kontrast dazu: Immortans hübsche Frauen, zarte Laufstegschönheiten, die mitten in der Wüste plötzlich wie eine Fata Morgana vor Rockatansky auftauchen. Verrückt? Vielleicht. "Es war kaum zu unterscheiden, wer verrückter war", sagt Mad Max, "ich oder alle anderen."

___

"Mad Max: Fury Road" - Regie: George Miller - Mit Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne, Zoë Kravitz - Musik: Junkie XL - 120 Minuten - frei ab 16 Jahren - wwws.warnerbros.de/madmaxfuryroad
Weitere Beiträge zu den Themen: Magazin (11335)Mai 2015 (7904)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.