Informationsveranstaltung zur Neugestaltung der Urnengräber in Neukirchen
"Friedhöfe sind Orte des Lebens"

"Zeige mir deinen Friedhof, und ich sage Dir, welche Menschen in der Gemeinde leben." Diese These stand bei einer Informationsveranstaltung im Neukirchner Hof im Vordergrund, bei der es um Möglichkeiten der Neugestaltung der Urnengräber im Friedhof in Neukirchen ging.

Der Trend der Zeit

Von der Planung bis zur Ausführung solle die Bevölkerung miteinbezogen werden, betonte bei der Begrüßung Gemeinderat Dr. Martin Wolf. Kreisfachberater Franz Kraus aus Neumarkt gab einen geschichtlichen Rückblick über die Gestaltung der Friedhöfe und stellte verschiedene Varianten von Urnenfeldern vor. Während in den Städten die Urnenbestattung schon seit längerer Zeit immer mehr an Bedeutung gewinne, stelle in den Dörfern und Gemeinden die Erdbestattung noch die Regel dar, sagte der Referent.

Doch der Trend der Zeit mache auch vor dem ländlichen Bereich nicht halt. Aus diesem Grund sollten die Gemeinden und Kirchen, die Träger von Friedhöfen sind, Überlegungen zu diesem Thema anstellen und sich Beispiele aus anderen Kommunen ansehen.

In der Vergangenheit, insbesondere im Mittelalter, wurden für die Toten, sei es für Persönlichkeiten im Kirchenraum, im Innenhof oder in der Nähe, die schönsten Plätze ausgesucht. Damit wollte man dokumentieren, dass die Friedhöfe zum Leben und zur Kultur einer Gesellschaft gehören. Die Einbettung in die Landschaft war ebenfalls ein Grundsatz. Im christlich-jüdischem Abendland wurde bei der Bestattung Rücksicht auf die Werte der beiden Religionen genommen. Trotz einheitlicher Regelungen war aber auch Raum für individuelle Lösungen.

"Die Vielfalt der Gesellschaft, Anonymisierung, eine Zunahme der Religionsgemeinschaften und die Steigerung der Feuerbestattungen führen zu verschiedenen Bestattungsformen, zu denen auch die Feuerbestattung gehört", erläuterte Franz Kraus. "Auch wenn heute kirchliche und weltliche Gemeinden sich mit privaten Wettbewerbern bei der Beerdigung vergleichen lassen müssen, das Heft sollten sie sich aber nicht aus der Hand nehmen lassen und entsprechende Friedhofsatzungen aufstellen", fügte er hinzu. Ob man sich bei der Gestaltung der Urnenbegräbnisse für Urnenstelen und Urnenwände entscheide, bei denen die Asche des Verstorbenen oberirdisch beigesetzt werde, oder eine herkömmliche unterirdische Beerdigung bevorzuge, sei nicht entscheidend. Wichtig sei vielmehr, dass den Angehörigen die Möglichkeit bleibe, so zu trauern, wie man es selber möchte, betonte der Referent.

Beispiele in Bildern

Der Grundsatz "Friedhöfe sind Orte des Lebens", sollte bei der Entscheidung Priorität besitzen. Mit Dia-Bildern von Friedhöfen aus Gemeinden des Landkreises Amberg-Sulzbach, Neumarkt und Matrei/Österreich rundeten Dr. Martin Wolf und Garten-Kreisfachberaterin Manuela Basler die Informationsveranstaltung ab.
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