Innere Einkehr auch am Berg

Viele hundert Gläubige fanden sich rund um die Loreto-Kapelle ein, um den Pontifikalgottesdienst zu feiern. Bilder: Gebhardt

Ein einsamer Ort, um Ruhe zu finden, ist der Annaberg zur Wallfahrtszeit zwar nur selten.Trotzdem bietet er dem Gläubigen genügend Möglichkeit, zu sich selbst zu finden. Die Festgottesdienste sind willkommene Gelegenheit zur inneren Einkehr. Am Sonntag bewahrheitete sich das wieder.

Gregor Zippel, emeritierter Abt des Benediktinerklosters Rohr in Niederbayern, hielt den Pontifikalgottesdienst am Sonntag auf dem Berg. Der 75-jährige studierte Lateiner freute sich über die Begrüßung durch Dekan Walter Hellauer und stellte die Grundsätze seines Benediktiner-Ordens vor. Viele hundert Gläubige lauschten der Predigt des Abtes, und auch das Wetter hielt bis zum Schlusslied aus.


Für alle Christen

Einander in Achtung begegnen, nicht das eigene Wohl über das der anderen stellen, das kennzeichne nicht nur die Benediktiner, sondern sei auch allen anderen Christen nahegelegt. In einer Welt voll unnützem Gerede bekomme die biblische Aufforderung "Höret!" eine neue Bedeutung. Wie im Evangelium schon angesprochen, sei das Zur-Ruhe-kommen, das Lauschen mit dem "Ohr des Herzens", wichtig für das Verhältnis zu Gott. Hoffnung, Glaube, Liebe würden dadurch gestärkt.

"Ora et labora", bete und arbeite, diese Worte stünden über dem Orden als eine Maxime eines benediktinischen Lebens. Dem Gottesdienst solle nichts vorgezogen werden, heiße es dort, und Abt Gregor Zippel betonte noch einmal die Wichtigkeit der inneren Einkehr. "Einen einsamen Ort, um uns wieder aufzurichten in all der uns umgebenden Hektik" empfahl er.

Dekan Walter Hellauer wies auf die verbindende Gemeinsamkeit hin zwischen dem Kloster Rohr und der Pfarrei St. Marien Sulzbach: Beide besäßen kostbare Bildwerke der Asam-Dynastie. Ein entsprechendes Buch gab der Dekan dem Abt zum Abschluss mit.

Annalied als Abschluss

Der Kirchenchor mit Steffen Kordmann und das Bläsertrio St. Marien mit Maria Boßle umrahmten die Feier. Erst nach dem traditionellen St.-Anna-Schlusslied setzte der Regen ein, und die Buden auf dem Berg füllten sich zur "äußeren Einkehr".
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