Instabil und doch so wertvoll

Ohne Berührungsängste ging Ulrike Scharf auf ein Heckrind zu, das seiner Besucherin sofort aus der Hand fraß.

Wenn Umweltministerin Ulrike Scharf in Bayern unterwegs ist, sagen ihre Gastgeber öfter, dass sie gerade in der schönsten Ecke des Freistaats sei. Joachim Neuß, stolzer Bürgermeister Auerbachs, setzte am Mittwoch noch einen drauf.

"Willkommen im Paradies", begrüßte das Stadtoberhaupt die prominente Besucherin im Naturschutzgebiet Grubenfelder Leonie. Besonders gerne komme sie in die Oberpfalz, entgegnete Ulrike Scharf und lobte das Engagement des Landkreises Amberg-Sulzbach. Hier laufen allein 120 der rund 7000 Veranstaltungen der Bayern-Tour Natur in diesem Jahr.

Regierungspräsident dabei

Diese Reihe präsentiert jährlich sechs Monate lang sehenswerte Anlaufpunkte in den unterschiedlichen Regionen Bayerns. Am Mittwoch führte sie Vertreter von Ämtern und Behörden sowie neugierige Wanderer östlich von Auerbach zusammen. Sie folgten der Umweltministerin auf ihrem Rundgang durch das Areal. Zu ihren Begleitern gehörten neben dem Bürgermeister auch Regierungspräsident Axel Bartelt und Landrat Richard Reisinger.

Keinerlei Berührungsängste zeigte Ulrike Scharf bei der ersten Station vor der Weide der Auerochsen, die eigentlich Heckrinder sind. Bernhard Moos, Kreisgruppenvorsitzender des LBV, erläuterte das Weideprojekt Leonie und die Besonderheiten der Tiere. Rund 50 davon grasen derzeit auf dem knapp 80 Hektar großen, ehemaligen Bergbaugelände. Der neue Leitstier Wolle geht seiner Aufgabe rege nach und sorgt für frisches Blut.

Ungestörter Lebensraum

Die Grube Leonie in der nördlichen Frankenalb war bis Mitte der 1980er-Jahre Abbaustätte für Eisenerz. Durch die Arbeit untertage senkte sich an manchen Stellen die Erde; es kam zu Einstürzen. Das instabile Gebiet wurde gesperrt, und es entwickelte sich ein wertvoller, weil ungestörter Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Neben Acker- und Wiesenbrachen liegen Pioniergehölze, Magerrasen, Misch- und Nadelwälder, ein Bachlauf und mehrere Quellen. Die wassergefüllten Einsturztrichter sind für einige gefährdete Amphibien- und Libellenarten von hoher Bedeutung.

Der Dank der Umweltministerin Ulrike Scharf galt den Ehrenamtlichen vor Ort, die sich regelmäßig um das Gelände und die Tiere kümmern.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.