Interview mit Programm-Koordinator Karl Stumpfi - "Qualität geht vor Quantität" - Alle ...
"Kunstherbst macht Neunburg zum Vorbild"

Karl Stumpfi, Kulturbeauftragter und Programm-Koordinator des Kunstherbstes. Bild: agr
Für Karl Stumpfi steht fest, der Neunburger Kunstherbst hat sich bereits nach zwei Jahren als Marke etabliert. Im Interview schildert der Programm-Koordinator die erfolgreiche Entwicklung des ursprünglichen "kulturellen Feldversuchs".

Das Interview führte NT-Mitarbeiter Alfred Grassmann.

Was war damals der Grundgedanke, der zur Organisation eines Kunstherbstes führte?

Wir wollten zusammenbringen, was in dieser Stadt zusammengehört. An Ressourcen mangelte es nicht - Musikschule, Festspiel und Kunstverein standen bereits für vielfältige Kulturaktivitäten vor Ort. Und nach Eröffnung der Schwarzachtalhalle verfügte Neunburg über einen repräsentativen Veranstaltungsort. Da drängte sich die Idee förmlich auf, rund um die Kunst-Herbstausstellung und die Operngala ein Saisonfestival zu arrangieren.

Findet das Projekt "Kunstherbst" schon Nachahmer?

Das "Label" ist erst seit knapp zwei Jahren auf dem Markt. Alle sind überrascht, dass der Kunstherbst in der Region binnen kurzer Zeit eine derart positive Resonanz gefunden hat. Der Verein konnte damit sein Ansehen, die Kommune ihr Image verbessern. Da verwundet es nicht, dass Neunburg anderen Orten zum Vorbild geworden ist. Das war in der Vergangenheit nicht immer so.

Was bedeutet der nächste Kunstherbst für sie als "Motor"?

Die Chance, das Begonnene konsequent fortzusetzen und weiter zu entwickeln. Ich sehe den Kunstherbst als "Work in progress". 2013 wurde er als kultureller Feldversuch gestartet, das Programm war damals mit heißer Nadel gestrickt. 2014 war der Vorlauf länger und wir erweiterten das Angebot. Aus den Erfahrungen des Vorjahres haben wir hinzugelernt, und eine Erkenntnis für den Kunstherbst 2015 lautet: Qualität geht vor Quantität.

Wer soll mit dem Kunstherbst angesprochen werden?

Alle Kunstinteressierten aus nah und fern, quer durch die Generationen. Doch das ist leichter gesagt als getan: Der richtige Programm-Mix ist entscheidend, und es muss gelingen, eine Balance zwischen Angeboten der bildenden Kunst, darstellender Kunst und Kleinkunst zu schaffen. Nachholbedarf besteht noch auf dem Sektor "junge Kultur", um die Zielgruppe der 15- bis 25-Jährigen zu mobilisieren. Daran arbeiten wir zielstrebig und halten Kontakt zu Schulen und Jugendorganisationen.

Wie finanziert sich der Kunstherbst?

Hier gilt das Prinzip: Alle Veranstalter treten eigenverantwortlich auf, tragen mithin auch das finanzielle Risiko. Sie partizipieren jedoch an der groß angelegten Werbekampagne, für die sie kostenmäßig nicht belastet werden. Das PR-Budget stellt der Kunstverein, der zugleich für die Programm-Koordination verantwortlich ist. Er zapft dazu alle möglichen Zuschusstöpfe und Förderprogramme an, von der Kommune über Landkreis, Bezirk, Freistaat bis zur EU. Doch ohne die Unterstützung privater Spender und Sponsoren aus der Wirtschaft könnte der Kunstherbst sicher nicht gestemmt werden.

2017 steht das Jubiläum "1000 Jahre Neunburg" an. Gibt es schon Ideen, wie der Kunstherbst zu diesem Anlass gestaltet wird?

Vorstellen kann ich mir alles, denn der Fantasie sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt. Im Hinblick auf das Stadtjubiläum habe ich nur einen einzigen Wunsch: Der Kunstherbst 2017 möge ein ganzes Jahr dauern!
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