Invasion der schwarzen Jungs

Hauptsache der Grill ist angeschürt. Das Zelt kann warten. (Bild: upl)

Ihre Markenzeichen sind schwarze T-Shirts, Totenköpfe und gekreuzte Schwerter: Seit Donnerstag haben die Fans der Böhsen Onkelz wieder das Gut Matheshof im Griff.

Das Wurfzelt aus dem Supermarkt ist wahrlich nichts für Weicheier. Selbst den härtesten Deutschrocker treibt das lose Gestänge zur Weißglut. "Ich hab keine Lust mehr", sagt Andy (23) aus Halle an der Saale und wendet sich dem mitgebrachten Kühlschrank zu. Zwei Paletten Dosenbier sind dort deponiert. Nach einem Schluck aus der Pulle sieht die Welt gleich wieder anders aus.

Zeltaufbau auf dem Gelände des Pferdesportzentrums in Kreuth: Tausende Fans der Böhsen Onkelz richten sich am Donnerstagmorgen für die "Größte Onkelz Nacht Deutschlands" (G.O.N.D.) ein. Die meisten sind über Hunderte Kilometer angereist, sind in der Nacht von zu Hause weggefahren. So wie Michael (18) und Jens (21). Die beiden stammen aus dem Kanton St. Gallen in der Schweiz, waren fast fünf Stunden mit dem Auto unterwegs. "Für uns ist die G.O.N.D. ein Muss", sagt Michael. Die Stimmung auf dem Festival sei einfach mit nichts zu vergleichen.

hre Markenzeichen sind schwarze T-Shirts, Totenköpfe und gekreuzte Schwerter: Seit Donnerstag haben die Fans der Böhsen Onkelz wieder das Gut Matheshof im Griff. Bilder von Uli Piehler und Andy Brückmann


Zum siebten Mal steigt das Deutschrock-Festival nun schon in Kreuth. Immer zu Beginn kommt es auf der Vilstalstraße zu kilometerlangen Staus. "Heuer war es nicht so schlimm", berichtet Christian Ferber von der Feuerwehr Vilshofen. "Die meisten kennen sich mittlerweile hier aus. Ich denke, das hat sich eingespielt", sagt er über die relativ unproblematische Verkehrssituation am Morgen. Um 5.30 Uhr öffnete das Sicherheitspersonal die ersten Parkplätze. Bereits zu dieser frühen Morgenstunde standen die Autos zwischen Rieden und der Auffahrt nach Kreuth Schlange.

Flaschen und Dosen im Straßengraben zeugen auch Stunden später noch vom morgendlichen Stau. Von Rieden aus gehen Kinder zu Fuß Richtung Vilshofen und sammeln in großen Mülltüten die Pfandflaschen ein. Derweil türmen sich auf den Campingplätzen ganze Hausstände auf: Stromaggregate werden angeschlossen, Kühlschränke aufgebaut, Grills angeschürt und - wenn es denn funktioniert - Zelte errichtet.

Mittlerweile mag es aber auch der eine oder andere Deutschrocker etwas gemütlicher. Viele Zimmer des Waldhotels sind mit Besuchern des Festivals belegt. Leicht zu erkennen ist das an den martialisch angehauchten Flaggen, die am Balkongeländer flattern. Fahnen und kernige Sprüche stehen bei den G.O.N.D.-Fans ohnehin hoch im Kurs. Kaum ein Zelt kommt ohne die Deutschland-Banner aus. Auf diversen T-Shirts und Autoaufklebern ist von Treue, Stolz und Ehre zu lesen. Einige aus den Lautsprechern dröhnenden Liedtexte sind ebenfalls nicht frei von nationalen Attitüden.

Dienst bis Sonntagabend

Mit rund 20 000 Besuchern war das Festival vor zwei Jahren ausverkauft, vergangenes Jahr bezifferten die Veranstalter die Besucherzahl auf 18 000. "Ich glaube, heuer sind es noch weniger", sagt Feuerwehrmann Christian Ferber. Bis Sonntagabend schieben er und seine Kameraden Dienst. Und dann geht's erst ans Aufräumen.



Das war G.O.N.D 2014
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