Inventur im großen Weiher

70 Helfer, jede Menge an Zuschauern, und Fische ohne Ende waren das Ergebnis der Abfischaktion am Seidlersreuther Weiher. Dabei wurden Marmorkarpfen und Silberfische entnommen. Karpfen, Hechte und Waller werden bald wieder ihre angestammten Reviere besetzen können. Bilder: wro (2)

Fischteiche und -weiher funktionieren nicht von alleine. Je kleiner sie sind, desto öfter müssen die, die das Gewässer bewirtschaften, regulierend eingreifen. Bei großen Flächen entsprechend weniger. Nach 38 Jahren wurde jetzt im Seidlersreuther Weiher Bestandsaufnahme gemacht.

Alexander Wächter, Vorsitzender des Angelsportvereins Reuth erinnert sich, dass der große Seidlersreuther Weiher an der Straße zwischen Falkenberg und Schönhaid zuletzt im Jahr 1977 abgefischt wurde. Jetzt war es an der Zeit wieder einmal Inventur zu machen.

Futter für Waller

"Wir erwarten eine Vielzahl von Fischen und sind natürlich gespannt, welches Überraschungspaket uns präsentiert wird", so der Vorsitzende. Darunter auch eine Vielzahl von Silberfischen sowie zahlreiche Marmorkarpfen. Die beiden südostasiatischen Arten wurden seinerzeit als Futterfische für die Waller eingesetzt. Neben letzteren zogen die Fischer auch prächtige Hechte und riesige Karpfen aus dem großen Gewässer. Rund 70 Mitglieder der Reuther Angelfreunde hatten sich am Freitagvormittag Zeit genommen, um mit Keschern "bewaffnet" ihre große Ernte einzufahren. Kaum aus dem Wasser, wurde die Beute in riesige Transportbehälter umgesetzt. Der Fuhrpark war entsprechend groß, mehrere Traktorgespanne warteten draußen auf ihren Sondereinsatz "Seidlersreuther Weiher".

Bestand regulieren

Wächter erklärte, dass das Abfischen nötig geworden sei, weil es an der Zeit gewesen wäre, wieder einmal den Bestand an Planktonfressern zu regulieren. Anfang Oktober hatte man damit begonnen - in Absprache mit den Anliegern - den Wasserspiegel langsam abzusenken.

Die mit großer Sorgfalt angelegte Aktion verlief reibungslos. Der Wasserspiegel wurde ganz langsam abgesenkt, damit die Fische in Ruhe nachziehen konnten. Alexander Wächter und seine Leute legen Wert auf die Feststellung dass die Mitglieder nicht nur als Angler aktiv seien. "Der Tier- und Landschaftsschutz liegt uns sehr am Herzen, wir investieren auch viel Zeit und Geld in den Schutz unserer Natur." Wächter und seine Leute hatten bei diesem großen "Volksfest" wie der Vorsitzende es nannte, alle Hände voll zu tun. Die Arbeiten liefen wie am Schnürchen.

Während einer kurzen Fangpause begaben sich die "Treiber" wieder in den Weiher und zeigten den Teichbewohnern ihren Weg nach "draußen", wo bereits wieder die Netze auslagen. Während der Aktion hatten sich eine Vielzahl an Schaulustigen am Uferrand und oben an der Straße eingefunden und beobachteten das Treiben."Eigentlich hatten wir ja vor, die Sache nicht groß publik zu machen. Aber das hat sich ganz schnell herumgesprochen und die Zuschauer sind selbstverständlich herzlich willkommen. Schließlich wollen wir den Leuten auch was bieten", kommentierte Wächter den Andrang. Inzwischen musste aber vorsorglich doch ein rot-weißes Absperrband angebracht werden, auch die Parkmöglichkeiten rund um das große "Festgelände" waren rar geworden.

Aus dem Vollen schöpfen

Viele Silberfische und Marmorkarpfen werden verarbeitet. Zander, Hechte, Waller und andere Edelfische werden nach einer vorübergehenden Zwischenlagerung wieder ausgesetzt. "Damit unsere Angelfreunde auch weiterhin wieder aus dem Vollen schöpfen können", erklärte der Leiter der Aktion "Inventur".
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Weitere Informationen im Internet:

http://www.angelsportverein-reuth.de
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