Investitionen unumgänglich

Der Wasserzweckverband "Pfaffenreuther Gruppe" hat den Hochbehälter in Kondrau außer Betrieb genommen und in einen Übergabeschacht verwandelt. Bild: jr

Auf höhere Gebühren müssen sich die Bezieher der "Pfaffenreuther Gruppe" einstellen, die den Großteil der Gemeinde Leonberg und einige Mitterteicher und Waldsassener Ortsteile versorgt. Wegen der Sanierung bzw. des Neubaus eines Hochbehälters könnte der Wasserpreis bis 2016 weiter steigen.

In der Haushaltssitzung des Zweckverbands informierte der Vorsitzende, Leonbergs Bürgermeister Johann Burger, dass derzeit 525 Abnehmer mit einem Jahresverbrauch von rund 80 000 Kubikmetern registriert seien. In der Verbandsversammlung war man sich einig, dass der aktuelle Bezugspreis kaum zu halten sei und spätestens 2016 neu berechnet werden müsse. Hintergrund ist der Zustand des Hochbehälters in Pfaffenreuth.

Alternativen prüfen

Ein baldiges Handeln sei erforderlich, weil das Gesundheitsamt Bedenken gegen das aus dem Jahr 1953 stammende Bauwerk vorgebracht habe. Eine Sanierung bezeichnete Wasserwart Wolfgang Haberkorn angesichts der geschätzten Kosten in Höhe von 150 000 Euro als unwirtschaftlich und legte der Verbandsversammlung nahe, 2015 den Grund für einen Neubau zu erwerben. Waldsassens Bürgermeister Bernd Sommer bat zu prüfen, ob ein Neubau wirklich notwendig ist oder ob es Alternativen gibt. Die bis zum Jahr 2025 notwendigen Investitionen im gesamten Gebiet des Zweckverbands bezifferte Wolfgang Haberkorn auf rund 700 000 Euro.

Ein Thema waren auch die sinkenden Bezugsmengen. Vor 20 Jahren seien noch über 100 000 Kubikmeter Wasser verbraucht worden, heute seien es nur noch 80 000. Als Grund wurde genannt, dass zahlreiche Landwirte ihre Milchviehwirtschaft aufgegeben hätten. In Leonberg liege der wöchentliche Wasserverbrauch bei 360 Kubikmeter. "Wir hatten da auch schon mal 500 Kubikmeter", sagte Haberkorn.

Mitterteichs Bürgermeister Roland Grillmeier wies darauf hin, dass wegen des Konstrukts des Zweckverbands alle Kosten über Gebühren gedeckt werden müssten. "Wenn weniger Wasser verbraucht wird, müssen deshalb die Verbrauchsgebühren steigen", so Grillmeier. Bernd Sommer ergänzte: "Wir müssen den Bürgern deutlich machen, dass gesundes Wasser sukzessive teurer wird. Die Wasserversorgung muss kostendeckend arbeiten, wobei dies ohne weitere Investitionen nicht gehen wird."

Wassermeister Wolfgang Haberkorn ging in seinem detaillierten Bericht auch auf verschiedene bauliche Veränderungen ein. So sei die über 100 Jahre alte Gussleitung in Pleußen erneuert worden, der Hochbehälter in Pfaffenreuth habe eine Fernwirkanlage erhalten. Erfreulich sei, dass man keine defekten Hausanschlüsse habe verzeichnen müssen.

Über 100 000 Euro gespart

Der Hochbehälter in Kondrau sei laut Haberkorn außer Betrieb genommen und in einen Übergabeschacht umfunktioniert worden. Voraussetzung dafür sei der Bau eines Schachtwerkes im Bereich der Mitterteicher Straße in Waldsassen gewesen. "Jetzt haben wir sogar eine Verbesserung der Versorgungssicherheit erreicht", zeigte sich Haberkorn zufrieden und verwies auf Kosten in Höhe von 25 000 Euro. Die einzige Alternative sei die Sanierung des Hochbehälters gewesen. "Wir haben uns Kosten von mehr als 100 000 Euro gespart", betonte Haberkorn.
Weitere Beiträge zu den Themen: Leonberg (674)Dezember 2014 (1863)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.