Iranischer Künstler Seyed Naser Seddighi stellt im Rathaus aus - Vernissage am 25. März
Eine Gefühlswelt in Farben

Der iranische Maler Seyed Naser Seddighi (Zweiter von links) mit seiner Ehefrau Mahasti und den beiden Töchtern Razieh (Zweite von rechts) und Hanieh (links) präsentiert seine abstrakten Werke in einer Ausstellung im Rathaus. Organisiert wird diese von Ernst Umann (rechts), Leiter des Künstlerischen Arbeitskreises im Oberpfalzverein Neustadt. Bild: prh
Neustadt/WN. (prh) "Was ist ein Mensch? Wer ist ein Mensch? Ich bin auch Gott!" Über diese Fragen macht sich der iranische Künstler Seyed Naser Seddighi Gedanken und bringt sie in abstrakten Werken auf die Leinwand. Am Mittwoch, 25. März, um 19 Uhr präsentiert er seine Bilder bei einer Vernissage im Rathaus.

Ernst Umann, Leiter des Künstlerischen Arbeitskreises im Oberpfalzverein, knüpfte die Kontakte über den iranischen Maler Mohammed Zahary und organisiert die Ausstellung im Rathaus. Bürgermeister Rupert Troppmann ist daran gelegen, die verstaubte Büroluft durch derlei Veranstaltungen aufzufrischen.

Laufendes Asylverfahren

Seddighi flüchtete mit seiner Ehefrau Mahasti und den Töchtern Razieh und Hanieh vor elf Monaten wegen politischer Schwierigkeiten aus seiner Heimat. Seit sieben Monaten lebt er in Weiherhammer. Im Iran war er Geschäftsführer einer Firma, die Modelle für Industrie und Architekten herstellte. Von 2003 bis 2004 leitete er eine Werbeagentur. Sein Hobby, die Malerei, hat er autodidaktisch erlernt und sich der abstrakten Kunst verschrieben. "Wenn ich meine Gedanken ausdrücken will, dann mache ich es in der abstrakten Malerei. Die Ideen sind nicht einfach, werden aber in einer einfachen Form dargestellt", erzählt der 47-Jährige. Seine Gedanken kreisen um das Thema Religion. "Alle Menschen haben einen Gott und alle lieben diesen Gott." Der zweite Schwerpunkt seiner Arbeiten ruht auf dem Menschen. Er stellt sich die Frage: Was ist höher, die Geistlichkeit in der Religion oder die Menschlichkeit?

Mit kräftigen Farben und klaren Formen drückt der Künstler seine Gefühle aus, um die es im Moment nicht zum Besten bestellt ist. Die Angst im laufenden Asylverfahren vor der Zukunft und die Gefahr sind für ihn Schwarz. Sie taucht in Kreisen, Linien oder Pyramiden auf. Die Hoffnung, die Kraft in der Religion und die Liebe zu den Menschen drückt er in hellen Farben aus. Politisch wird es in seinem Werk "Erdöl und Blut". Seine Bilder und deren Interpretation bergen Überraschungen für die Betrachter.

___

Die Vernissage wird von persischer Musik begleitet. Als kulinarische Schmankerl werden persische Häppchen gereicht. Die Ausstellung kann bis 25. April zu den Öffnungszeiten besucht werden.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.