Irland mitten im Buchenwald

Den Namen Éire Music haben (von links) Sam Stadler, Anita Kinscher, Peter Zorn und Holger Hermann mit Hintergedanken gewählt. Idealerweise soll es "eire Musik" sein, die des Publikums. Bild: hka

Wer da denkt, die Zeit der Open-air-Konzerte sei zu Ende, der irrt. Mit Sitzkissen und Heizstrahlern, mit nach einem Regenschauer trocken gewischten Bierbänken und Tischen stand alles bereit für Éire Music oder "eire Musik". Und das mitten im Oberpfälzer Buchenwald.

Es waren schon ungewohnte Klänge, die da an einem kühlen Septemberabend von der Osterhöhle ins nahe Dorf herunter wehten: irische Musik, gespielt von der Gruppe "Éire music". Auf dem Plateau vor der Waldschenke hatten an die einhundert Fans der Klänge von der Grünen Insel Platz gefunden, lauschten den teils uralten Liedern, die von Krieg, Seefahrt, Hungersnot und Liebe erzählen; vom schönen, aber harten Leben in diesem Land.

Die vier Musiker der Formation haben einen Namen mit doppelter Bedeutung gewählt, denn, wie Bandleader Sam Stadler dem Publikum erklärt, soll es auch "eire Musik" sein, die er, Anita Kinscher und Holger Hermann (Gitarre) sowie Peter Zorn (Geige) machen. Früher spielten einige von ihnen als Kaffeepause. Seit vier Jahren haben sie sich der irischen Musik verschrieben, treten rund ein Dutzend mal im Jahr in Clubs und Kneipen auf. Der Termin in der Osterhöhle drohte fast ins Wasser zu fallen. Auf einen kurzen Regenguss folgte aber dann ein Abend, der nicht schöner hätte sein können.

In ihrer Musik, ihren Liedern spannen die Musiker den Bogen von rauen Songs bis hin zu einfühlsamen Balladen. Sie erzählen vom heutigen Leben in Irland, aber auch von Kriegen, Not und den Auswanderern. Frontman Sam Stadlers rauchige Stimme, die Gitarren von Anita Kinscher und Holger Hermann, insbesondere die Geige des Fiddlers Peter Zorn lassen vergessen, dass da Oberpfälzer musikalisch "fremdgehen".

Ihre Ohrwürmer von der Grünen Insel erzählen von der "Rose of Allendale", von "Seven drunken nights" oder "Got to sea no more". Auch eines der bekanntesten Lieder, "Whiskey in the jar" darf nicht fehlen. "Allerdings", erklärt Sam Stadler, "halten wir uns nicht immer genau an das Original, sondern wir versuchen, unseren eigenen Stil wiederzugeben."

Zum irischen Ambiente unter den Buchen trugen die Wirtsleute der Waldschenke, Joe Köhli und Gabriele Suttner, bei. Guinness-Bier und diverse Sorten von Whiskey, mal harmonisch, mal geschmeidig, fast immer gut zwölf Jahre alt, waren im Angebot, dazu Irish Stew, Cottage Pie, Guinness-Zwiebelsuppe und irischer Nusskuchen.

Als die Dunkelheit hereinbrach zu Füßen der Osterhöhle, schaltete der Wirt die Lichterkette und zwei Heizstrahler ein, so dass "Éire music" und ihre Fans auch den zweiten Teil des herbstlichen Open-air-Abends ohne allzu kalte Füße genießen konnten.
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