Irmgard Luber schult Feuerwehrler zu Ersthelfern - Keine Giftpflanzen in Vorgärten
Das Wichtigste: Keine Angst

Burkhardsreuth. (bjp) Die Angst, etwas falsch zu machen, hält viele ab, in Unglückssituationen zu helfen - eine verständliche Schwäche, die sich Feuerwehrleute nicht leisten können. Deshalb nutzten 21 Burkhardsreuth Brandschützer, darunter 13 Jugendliche, die Gelegenheit, sich von Rotkreuz-Ausbilderin Irmgard Luber aus Eschenbach im Umgang mit Dreieckstuch und Druckverband, Herzdruckmassage, Atemspende und stabiler Seitenlage zu schulen oder Wissen aufzufrischen.

Auch "alte Hasen" erfuhren manches Neue, etwa beim Thema "Knochenbrüche". Ersthelfer sollten darauf verzichten, betroffene Gliedmaßen zu schienen, empfahl Luber: "Eine Schiene müsste vom Sanitäter oder Notarzt wieder entfernt werden, was unnötige Schmerzen hervorruft." Bei Beinbrüchen sollte der Verletzte liegend ruhiggestellt, ein gebrochener Arm in einen Tuchverband gewickelt und in eine Armschlinge gelegt werden.

Auch die Vorbeugung kam nicht zu kurz. Wenig Verständnis hat Luber dafür, Gärten mit giftigen Zierpflanzen zu begrünen, besonders, wenn die Grünflächen für Kinder zugänglich sind. Freilich seien sich viele noch immer nicht bewusst, wie giftig Goldregen, Lebensbaum, Engelstrompete oder Liguster, ja sogar Christrosen und Maiglöckchen seien. Nicht in Reichweite kleiner Kinder gehöre auch der Weihnachtsstern, ebenso Reinigungs- und Spülmittel, deren bunte Farbe oder fruchtiger Geruch oft locke. Auf "kindergesicherte" Verschlüsse sollte man nicht vertrauen, merkte Luber an: "Die sind meist eher erwachsenen- als kindersicher."

Sollte aber Spülmittel verschluckt worden sein, so solle man kein Wasser verabreichen: "Das Spülmittel fängt an zu schäumen, und dieser Schaum kann in die Lunge eindringen."

"Handfestes" Spezialwissen wurde ebenfalls trainiert. So lernte die Gruppe, wie man allein einen verunglückten Motorradfahrer vom Helm befreien und dabei das Risiko gering halten kann, dass aus einer etwaigen Halswirbelsäulenverletzung eine Querschnittlähmung entsteht.
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