Jahr ohne Holzdiebstahl

Hubert Krapf (vorne, Zweiter von links) bleibt an der Spitze des Forstrechts-Ablöseverbands "Zeitlwaid". Hubert Ram und Jürgen Schwägerl (vorne, von rechts) unterstützen ihn. Bild: dob

Der Forstrechts-Ablöseverband "Zeitlwaid" in Waldau ist die einzige Organisation, die noch aus der Monarchie Bayerns gründet. Und sie haben einen Vorsitzenden, der sein Amt mit Herzblut, Sachverstand und Einsatzfreude ausfüllt.

Hubert Krapf aus Erpetshof steht weiter an der Spitze des Forstrechts-Ablöseverbands "Zeitlwaid". Die Gemeinschaft könnte keinen besseren Chef haben, der sich so akribisch mit der Materie befasst. In seinen straff und gerecht geführten Verhandlungen holt Krapf finanziell das Beste für seine Rechtler heraus. Demzufolge statteten sie ihn in der Jahreshauptversammlung im Gasthof "Goldener Löwe" in Moosbach mit einem riesigen Vertrauensbeweis aus.

Käferbäume aus dem Stadt- und Kirchenwald seien nach einem Gespräch mit Stadtförster Jörg Fröschl und dem Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Eslarn-Vohenstrauß, Josef Maier, direkt an der Grundstücksgrenze des Verbandswalds zum Elm abgeholzt worden. Lediglich Reste liegen noch dort, die bald abgeholt werden müssen.

14 Ster noch zu vergeben

Ohne Komplikationen erfolgte die Holzabfuhr, informierte Krapf weiter. 14 Ster würden noch in diesem Jahr vergeben. Der Rest von 2014 aus dem "Zeitlwaid"-Wald sei bis auf den neu hinzugekommenen Schneebruch aufgearbeitet und 207 Ster bereits abgerechnet. Der Sprecher lobte die Holzhauer Johann Frischholz und Markus Zölch, die Neuanpflanzungen sauber mähten, damit diese gut gedeihen.

Die Rechtler könnten sehr zufrieden sein. Holzdiebstahl gab es im abgelaufenen Jahr keinen. Allerdings gibt es laut Krapf vermehrt Probleme mit Spaziergängern mit freilaufenden Hunden sowie Rad- und Quad-Fahrern. Aufs Schärfste kritisierte der Vorsitzende Zeitgenossen, die sogar vor Absperrbändern beim Holzeinschlag nicht Halt machten und diese einfach ignorierten. Einen unverbesserlichen Radfahrer habe er persönlich verfolgt und gestellt. Bei einem erneuten Vorfall drohte Krapf, Anzeige zu erstatten. Ein weiteres Problem sieht der Vorsitzende in wilden Holzablagerungen im Waldgebiet "Trüffelschlag" von angrenzenden Nachbarn, die nicht mehr geduldet werden. "Da zieht man nur den Borkenkäfer an", begründete der Vorsitzende.

Die Ebbe in der Verbandskasse, über die Schriftführer und Kassier Jürgen Schwägerl informierte, ist auf den im Herbst auf das Frühjahr verschobenen und geplanten 50 Kubikmeter umfassenden Langholzeinschlag zurückzuführen. Alexander Koller aus Waldau und Inge Schacht aus Altenstadt/WN bestätigten einwandfreie Buchführung.

Zwei Rechte klären

Die Gemeinschaft unterstützte außerdem die Aufschotterung des öffentlichen Waldwegs zum "Zeitlwaid"-Gebiet im Bereich Lohma mit 200 Euro wie auch die Stadt Pleystein. Jetzt sei wenigstens wieder eine problemlose Holzabfuhr möglich. Zwei Rechte müssten noch geklärt werden, dann seien auch die Grundbucheintragungen auf dem neuesten Stand und könnten heuer nach langwierigen und sich über mehrere Jahre erstreckten Detailarbeiten abgeschlossen werden, informierte Krapf. Immerhin stammten die Grundkatastereinträge noch aus der Gründerzeit 1901. Das sehr gute Verhältnis zu Jäger Christian Ertl hob der Vorsitzende ebenfalls hervor.

Bei einem zweitägigen Motorsägekurs des Verbands könne der von der Berufsgenossenschaft geforderte Nachweis erbracht werden. 19 Rechtler haben sich bereits angemeldet. Der Kurs soll nun im Frühjahr stattfinden. Durch die gestiegenen Kosten müssten die Teilnehmer jedoch die Hälfte der Gebühren in Höhe von 30 Euro selbst tragen, teilte Krapf mit.

Notariell beurkundet wurde außerdem ein Grundstückstausch mit der Stadt im Waldgebiet "Trüffelschlag". Allerdings stehe die Vermessung der Grenze noch aus, die der Verband aber noch in Auftrag geben werde.

Große Einmütigkeit

Martin Stauber vom KS-Land-Service aus Altenstadt/WN war von der "Zucht und Ordnung", die in dieser Gemeinschaft herrschten, schwer beeindruckt. Krapf führe die Gemeinschaft sehr akkurat. Auch die große Einmütigkeit innerhalb des Verbands fand der Redner erwähnenswert.
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