Jahrhunderte den Hof gemacht

Der Maier-Hof in Altenparkstein feierte 650-jähriges Bestehen. Dazu waren Mitglieder der Familie bis aus Italien angereist. Bild: sm

Das 650-jährige Bestehen ihres Hofes feierte das Ehepaar Maier in Altenparkstein. Dass es ihn schon so lange gibt, ist erwiesen. Denn "Götzlein (Gotfriden) Mair und seine Hausfrau, sowie deren Sohn Heinrich" sind 1365 in einer Urkunde im Stadtarchiv Weiden erwähnt.

Das gehöft ist immer in der Familie geblieben. Der heutige Inhaber heißt wie der damalige Eigentümer wieder Gottfried Maier. Der Landwirt bewirtschaftet zusammen mit seiner Frau Maria und vier Kindern die große Landwirtschaft. Allerdings sind nicht alle Nachfahren des ersten Mair auf dem Hof geblieben.

Verheerende Feuer

Der Maier-Hof ist in den 650 Jahren zweimal abgebrannt. Im Jahre 1876 fielen in Altenparkstein insgesamt fünf Gehöfte dem "roten Hahn" zum Opfer, darunter war auch der Maier-Hof. Zündelnde Kinder waren der Grund. Alle Häuser wurden damals wieder aufgebaut.

1974 brannte es erneut. Betroffen waren nicht nur Nebengebäude, sondern auch das Wohnhaus des Maier-Hofes. Vermutlich war ein technischer Defekt der Auslöser für das Feuer. Hof und Wohnhaus wurden in veränderter Form wieder aufgebaut, so wie sie heute noch stehen. Mehrere Söhne und deren Nachkommen standen über Jahrhunderte in den Diensten der Herzöge in Neuburg und Sulzbach. In noch vorhandenen Archivalien wird vom Leben und Wirken des Landschreibers Michael Maier (1573 bis 1638) in Weiden berichtet. Auch sein gleichnamiger Sohn Michael Maier (1599 bis 1650), Hof-Sekretär der Pfalzgrafen-Witwe Hedwig zu Sulzbach und später Gräflich Löwenstein-Wertheimischer Geheimrat und Kanzlei-Direktor ist in den Urkunden erwähnt. Genauso wie der andere Sohn, der 1644 in den Adelsstand erhobene Dr. Georg Andreas von Ehrenstein (1608 bis um 1675), Landrichter in Parkstein-Weiden und Hofpfalzgraf.

In Archive gebannt

Das 650-Jährige feierte die Familie mit zahlreichen Gästen auf ihrem Anwesen und beim Zoigl-Wirt im Dorf. Viele Verwandte waren gekommen, so auch die Brüder von Ehrenstein-Rouvroy, Dr. Heinrich aus Meran und die Familie von Dr. Ferdinand vom Gardasee. Bürgermeister Dr. Gerhard Kellner erzählte von der Familiengeschichte. Wer mehr darüber wissen will, der findet dazu ein Buch in Bibliotheken und Archiven der Region. Zusammen mit Christine Melcher vom Heimatverein Parkstein besuchten die Gäste zum Festausklang das Parksteiner Museum im neuen Landrichterhaus.
Weitere Beiträge zu den Themen: Altenparkstein (15)September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.