Jan Hus Superstar

Jan Hus ist für die Tschechen mehr als ein Reformator. Im 19. und 20. Jahrhundert galt der Theologe als überhöhte Symbolfigur der nationalen und emanzipatorischen Auflehnung gegen die Fremdherrschaft. Sein Denkmal steht nicht nur in Prag und im Dorf Husinec, wo er um 1370 geboren wurde. Ganz in der Nähe, im Böhmerwaldstädtchen Prachatice, Zielort des Goldenen Steiges, der Dank des Salzhandels im Mittelalter florierte, besuchte der Bauernsohn die Lateinschule. Hus übertrug die Lehren des englischen Reformators John Wyclif ins Tschechische. Er kam jung nach Prag, wurde zum Priester geweiht und predigte in der Bethlehemskapelle. Mehr als hundert Jahre vor Martin Luther wandte er sich gegen Ablasshandel, Ämterkauf und andere Laster der Geistlichkeit. In keiner tschechischen Stadt darf deshalb eine Husová ulica fehlen. (jrh)
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