Jede freie Minute in der Natur

Ein Eschenbacher Original hat allen Grund zu feiern: Der "Scherl-Fritz" ist 80 Jahre alt geworden. Heute, Samstag, steht die große Festivität dazu an. Mit dabei natürlich Ehefrau Martha, die beiden Kinder Ulrike und Wolfgang sowie die vier Enkel, die ihren lieben Opa gerne und oft besuchen.

Geboren und aufgewachsen ist Fritz Deubzer im Scherl-Haus am Landinger-Weiher. Als Bub lernte er die Konzertina spielen, ein inzwischen seltenes Instrument. Schon in jungen Jahren kam er mit seinem musizierenden Vater in der ganzen Gegend herum. Sehr gefragt waren die Deubzers in den früheren Ortschaften im heutigen Truppenübungsplatz. Nur noch wenige Eingeweihte wissen von den kabarettistischen Showeinlagen, zum Beispiel dem "stummen Geiger".

Bodenständig, wie der Jubilar immer schon war, erlernte er nach der Schulzeit zuerst ein Handwerk - und zwar beim "Boda-Weber". Als die Zeit der "Frei" kam, trieb es ihn mit seiner "Bella," einem flotten Roller, immer wieder nach Metzenhof, wo er schließlich erfolgreich seine Martha "eroberte". Die junge Familie zog nach der Hochzeit zu seiner Schwester Barbara und Schwager "Vogl-Schorsch" ans Rathaus nach Eschenbach. Dort bewohnten sie ganz bescheiden zwei kleine Kämmerchen im Dachgeschoss.

Gegen die Bordsteinkante

Schließlich errichteten der "Scherl-Fritz" und seine Frau ein eigenes Haus in der Tachauer Straße. Dies war zur damaligen Zeit nicht immer leicht - und so manches Mal auch gefährlich: Deubzers Goggomobil war mit Baumaterialien voll beladen, als den Stadtberg hinunter die Bremsen versagten. Geistesgegenwärtig lenkte er das Gefährt gegen die Bordsteinkante, so dass es glücklich zum Stehen kam. Auch beruflich entwickelte sich der Jubilar weiter. Im Feingerätebau bei der Firma Gossen arbeitete er sich fleißig und pflichtbewusst bis zum Vorarbeiter einer Abteilung hoch.

Begeisterter Imker

Von Kind auf in der Natur, hat ihn schon bald die Imkerei "erwischt". Von seinem Vater lernte Fritz Deubzer alles rund um die Bienen. Im Eschenbacher Imkerverein war er stets eine wichtige Stütze: viele Jahre ganz oben im Vorstand und erst recht als tatkräftiger Helfer bei Arbeitseinsätzen wie dem jährlichen Imkerfest.

Überhaupt war der "Scherl-Fritz" immer stark als ehrenamtlicher Helfer engagiert. So baute er über 30 Jahre lang regelmäßig und für Gottes Lohn bei jedem Wetter den Fronleichnamsaltar der Familie Schmidt am Rathaus mit auf.

Doch es gab auch schwere Jahre. Eine heimtückische Krankheit hätte Fritz Deubzer fast aus der Bahn geworfen - aber ein echter Scherl gibt nicht auf. Obwohl einige Mediziner anderer Ansicht waren, stemmte er sich der Krankheit entgegen und wurde beim zweiten Versuch erfolgreich operiert. Heute noch verbringt er jede freie Minute in der Natur und bei seinen Bienenvölkern.
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