"Jeder Cent gut angelegt"

Dekan Alexander Hösl segnete das neue Tragkraftspritzenfahrzeug der Waldauer Feuerwehr. Tags zuvor war das Auto bereits bei einem Verkehrsunfall im Einsatz. Nach 32 Jahren war es an der Zeit das alte Einsatzgefährt gegen ein neues auszutauschen.

Großer Bahnhof für das neue Tragkraftspritzenfahrzeug der Feuerwehr: Die Segnung auf dem Dorfplatz lockte viele Gäste an. Mit dem Gefährt brachten die Waldauer ihren Fuhrpark auf den aktuellen Stand der Technik.

Rot leuchtend und mit weiß-roten Blumen geschmückt stand das Tragkraftspritzenfahrzeug im Wert von 77 000 Euro im Mittelpunkt. Den Löwenanteil der Kosten trägt die Kommune. Von der Regierung der Oberpfalz kamen 19 500 Euro Zuschuss. Mit Marschmusik der "Flossenbürger Blaskapell'n" unter Leitung von Franz Völkl begleiteten Feuerwehren aus dem Landkreis, Lokalpolitiker sowie viele Vereinsabordnungen den Opel vom Gerätehaus zum Dorfplatz.

Regelmäßig Inspektion

Zum Festgottesdienst in der Benefiziumskirche St. Johannes Nepomuk mit Geistlichem Rat Dekan Alexander Hösl waren viele Gläubige gekommen. Mühsam und vergeblich hatte der Geistliche eine Bibelstelle für die Segnung eines Feuerwehrautos gesucht. Deswegen wollte er in der Predigt das Objekt anhand eines Fahrerhandbuchs selbst sprechen lassen. Darin entdeckte der Stadtpfarrer Parallelen zur Messe, in der sich jeder Gläubige einer Inspektion unterziehen könne. Würde ein Feuerwehrauto nicht gewartet und gepflegt, breche es irgendwann auseinander.

Der Glaube sei die Beziehung zu Gott, der Ölwechsel dazu da, den Motor rund laufen zu lassen. Als Öl beschrieb Pfarrer Hösl die Begegnungen mit Gott im Evangelium. Defekte Bremsen beschrieb der Geistliche als Harakiri, als den puren Selbstmord im Straßenverkehr. "Die Zehn Gebote sind die Richtschnur, dass wir nicht aus den Windungen fliegen."

Nicht blenden

Wichtig sei auch die Einstellung des Lichts, der Scheinwerfer, um zu sehen und selbst gesehen zu werden. "Deswegen dürfen sie nicht zu hoch eingestellt werden, sonst blenden wir." Am Fahrzeug müsste auch eine Spurmessung erfolgen, denn sonst liefen die Räder nicht rund und in der richtigen Bahn. Ein gutes Profil sei wichtig, um sicher unterwegs zu sein.

In der Gesellschaft stellte der Priester jedoch Tendenzen fest, die in keine gute Zukunft weisen. Deswegen forderte er die Gläubigen auf, nicht von Asylbewerbern sondern von Flüchtlingen zu sprechen. Das weltweite Problem könne nur gemeinsam gelöst werden. "Hier sind wir alle gefordert, denn jeder von uns kann schneller in eine ähnliche Situation kommen."

Bei den Lesungen, Fürbitten und der Meditation brachten sich die Lektoren Elisabeth Kiesl und Alexander Koller ein. Nach dem Festgottesdienst versammelten sich alle Teilnehmer rund um das Fahrzeug zur Segnung. Die Grüße von Landrat Andreas Meier überbrachte Stellvertreterin Margit Kirzinger. Nachdem das alte Waldauer Einsatzgefährt schon 32 Jahre auf dem Buckel hatte, sei es an der Zeit gewesen, es durch ein neues zu ersetzen.

Die Landtagsabgeordneten Petra Dettenhöfer und Annette Karl gratulierten ebenfalls zur Errungenschaft. Kreisbrandrat Richard Meier lobte die Gemeinde mit der Stützpunktwehr und den sechs Ortsteilwehren für den Brandschutz. "Jeder Cent ist hier gut angelegt." Im kommenden Jahr würden voraussichtlich die Fördersätze angehoben. "Das Ehrenamt Feuerwehr ist für Stadt und Großgemeinde von elementarer Bedeutung und ein unverzichtbarer Bestandteil des Rettungswesens bei Notfällen", sagte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Im ländlichen Raum kommt den Einsatzkräften ein noch viel höherer Stellenwert zu. Allein die Zahlen der Einsätze im Jahr 2013 mit 197 und heuer mit bisher 141 belegen diese Feststellung eindrucksvoll. 1,1 Millionen Euro investierte die Stadt in den vergangenen sechs Jahren in das Löschwesen.

"Ganz Waldau kann stolz auf seine Feuerwehr sein", unterstrich der Rathauschef, bevor er einen Schlüssel in XXL-Format an Kommandant Stefan Meyer überreichte, der diesen an den Gerätewart Christoph Wiesent weitergab. Nachdem sich Kommandant Meyer und dessen Stellvertreter Benjamin Janker in enger Abstimmung mit Kämmerer Rainer Dötsch durch Kompetenz und Fachwissen bei der Planung einbrachten, gab es von Vorsitzendem Helmut Janker je einen Gutschein für die beiden Führungskräfte.

Langer Weg

Von einem langen Weg bis zur Neuanschaffung sprach schließlich Kommandant Meyer. Vor vier Jahren habe er in der Generalversammlung den Wunsch für ein neues Fahrzeug geäußert. 2012 gab der Stadtrat grünes Licht. Meyer dankte Klaus Rupprecht von der Altenstädter Wehr für die Unterstützung bei der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen und den Wehren aus Kaimling, Döllnitz und Pfrentsch für die Bereitschaft, ihre Fahrzeuge vorzuführen.
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